Für Rückfragen durch die Finanzbehörde gewappnet: Schweizer Banken übermitteln Kapitalerträge in heimischer Währung (CHF) und nicht in Form von Einkünften nach § 20 Abs. 2 EStG.

Praxis-Hinweis: Dem Datenaustausch nicht blind vertrauen

Trotz Verschärfung der EU-Zinsrichtlinie und dem damit einhergehenden automatischen Informationsaustausch (AIA) über gezahlte Zinsen ab 2017 aus anderen als dem Wohnsitzstaat sollte dem Datenaustausch in den EU-Ländern sowie der Schweiz und Liechtenstein nicht blind vertraut werden. Anhand eines aktuellen Praxisfalls erkennen Sie die Stolpersteine.

 

Bei Einkünften aus Kapitalvermögen aus der Schweiz verlangt das Finanzamt Auskunft

In der Vergangenheit ist es vermehrt zu folgendem Sachverhalt gekommen: Der Steuerberater sendet die Steuererklärung des Mandanten elektronisch an das zuständige Finanzamt. Bevor der Einkommensteuerbescheid eingeht, erhält der Berater ein Schreiben vom Finanzamt, in dem es um Auskunft bittet, warum die von der Schweizer Bank übermittelten Daten nicht mit denen aus der Anlage KAP (Einkünfte aus Kapitalvermögen) übereinstimmen.

Nach eingehender Prüfung und Rücksprache mit der Bank stellt der Berater fest, dass die Bank die Werte entsprechend der Zinsinformationsverordnung (ZIV) an das Bundeszentralamt für Steuern (und das wiederum dem Finanzamt) nicht in Euro, sondern in Schweizer Franken übermittelt hat. Das Finanzamt vergleicht hier also den elektronischen Bestand in Schweizer Franken mit der Anlage KAP, die die Einkünfte in Euro enthält. Die von den Banken übersandten Steuerreporte, die der Berater als Grundlage für die Ermittlung der Einkünfte des Mandanten zugrundelegt, beinhalten die Werte in Euro, sodass ein Abgleich hier nur möglich ist, wenn die Einkünfte zum Stichtag umgerechnet werden.

Weiterhin werden von der Schweizer Bank nicht die Einkünfte nach § 20 Abs. 2 EStG, also die Einkünfte aus den Kapitalerträgen nach Verrechnung mit Verlusten aus der Veräußerung von z.B. Wertpapieren, übermittelt. Vielfach werden lediglich laufende Erträge seitens der Schweizer Banken übermittelt, welche nicht ungesehen übernommen werden können.

Dies lässt sich jedoch durch einen Blick in die immer häufiger gut aufbereiteten Steuerreporte aus der Schweiz schnell erklären und Missverständnisse werden vermieden.

Praxis-Tipp: Einspruch einlegen

Haben Steuerpflichtige Kapitaleinkünfte aus der Schweiz, sollten sie deshalb bei der Prüfung des Bescheides ein wachsames Auge auf die Einkünfte aus Kapitalvermögen werfen. Sollte das Finanzamt ohne vorherige Anfrage die Werte ändern, sollte der Sachverhalt im Rahmen des Einspruchs aufgeklärt werden.

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