13.03.2013 | Personalkosten

Arbeitskosten im Jahr 2012 um 2,6 % gestiegen

Bild: Haufe Online Redaktion

In Deutschland sind die Personalkosten je geleistete Arbeitsstunde 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 % gestiegen.  Dabei erhöhten sich die Kosten für Bruttoverdienste um 3,0 %, die Lohnnebenkosten um 1,2 %, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte.

Anstieg der Arbeitskosten über dem Durchschnitt
Dieser kalenderbereinigte Anstieg liegt deutlich über dem Durchschnittswert der letzten zehn Jahre. Im Zeitraum 2002 bis 2011 hatte das durchschnittliche jährliche Wachstum der Arbeitskosten in Deutschland nur 1,6 % betragen. In den Jahren 2002 bis 2007 stiegen die Arbeitskosten dabei jährlich durchschnittlich um lediglich 1,3 %, in den Jahren 2008 bis 2011 um 2,1 %.

Höherer Anstieg der Arbeitskosten als im EU-Schnitt
Für das dritte Quartal 2012 liegen für 24 der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) Veränderungsraten der Arbeitskosten im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich vor. Nach diesen Ergebnissen verteuerte sich in Deutschland eine Stunde Arbeit im dritten Quartal 2012 im Vergleich zum Vorjahresquartal  kalenderbereinigt um 2,9 %. In der gesamten EU lag der durchschnittliche Anstieg der Arbeitskosten bei 1,9 %. Somit war in Deutschland das siebte Quartal in Folge das Wachstum der Arbeitskosten höher als im Durchschnitt der Europäischen Union. Die höchsten Wachstumsraten innerhalb der EU ergaben sich in

  • Estland (+ 7,6 %),
  • Rumänien (+ 7,2 %),
  • Bulgarien (+ 5,9 %),
  • Litauen (+ 5,4 %) und
  • Ungarn (+ 5,3 %).

Rückgang der Arbeitskosten in Slowenien
In Slowenien (- 0,8 %) gingen die Arbeitskosten sogar zurück.  Ein besonders geringes Wachstum der Arbeitskosten hatten Italien (+ 0,8 %), Spanien (+ 0,7 %), die Niederlande (+ 0,5 %) und Zypern (+ 0,5 %) hatten. Keine Daten lagen für Griechenland, die Tschechische Republik und Österreich vor.

Die Veränderungsraten der Arbeitskosten von Staaten außerhalb des Euro-Währungsgebiets sind in der jeweiligen Landeswährung gemessen und daher nicht währungsbereinigt.

Produktivität als zusätzlicher Wettbewerbsfaktor
Für die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft ist neben den Arbeitskosten auch die Produktivität in den Unternehmen entscheidend. Die Veränderung der Produktivität wird in Untersuchungen des Instituts der deutschen Wirtschaft ermittelt.

Arbeitskostenindex als Grundlage
Der Arbeitskostenindex misst die Veränderung der Arbeitskosten und unterteilt sie zusätzlich in die beiden Bestandteile Bruttoverdienste und Lohnnebenkosten. Bei allen drei Indizes werden den Kosten des Arbeitgebers die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden der Arbeitnehmer gegenübergestellt.

Arbeitskosten nach Wirtschaftszweisen
Zu den Arbeitskostenindizes nach Wirtschaftszweigen können detaillierte Daten und Zeitreihen über die Tabelle 62421-0001 in der Datenbank GENESIS-Online abgerufen werden.

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