In der sehr frühen Phase des Innovationsprozesses, in der Phase der Ideengenerierung und -findung ist es außerordentlich wichtig, dass sich Forscher, Entwickler oder Querdenker der Kreativität hingeben können und sich somit keine Einschränkungen ihrer Genialität ergeben. Eine Steuerung mit Controlling-Instrumenten würde hier frühzeitig den kreativen Freiraum zerstören und zu einer Verringerung oder zum Versiegen visionärer Ideen führen. Das F+E-Controlling beschränkt sich hierbei auf die Erfassung und Darstellung der im Projekt aufgewandten Ressourcen, wie beispielsweise:

  • eigene und fremde Personalkosten,
  • Kosten, die aus einer aktiven Ideengenerierung resultieren, z.B. Kreativitäts-Workshops mit den Fachabteilungen,
  • Kosten, die aus einer passiven Ideenfindung und -sammlung entstehen, z.B. Patent- und Literaturrecherche, Software zur Ideenspeicherung, Konkurrenzanalysen u.v.m.,
  • Aufwendungen, die im Zusammenhang mit einer ersten Projekt-Bewertung entstehen, z.B. Kosten für Marktstudien, Erhebungen, Lieferanten- und Kundenanalysen.

Eine frühe Gegenüberstellung der eingesetzten Mittel (Input-Controlling) zum künftig möglichen Ertrag der Innovation gestaltet sich in der Praxis jedoch schwierig und ist selten sinnvoll. Ursächlich sind hohe Unsicherheiten und ungenügende Informationen hinsichtlich Realisierbarkeit, Projekt-Vorgehensweisen und Verwertbarkeit der Innovation.

Besonders bei international tätigen Unternehmen und Konzernen besteht aber gerade die Pflicht bzw. ein Anreiz, frühzeitig Projektbewertungen zu initiieren. Hierdurch gelingt eine frühzeitige, wenn auch nicht exakte Abschätzung, welche Projekte zukünftig favorisiert werden. Somit könnten im Vorfeld wenig Erfolg versprechende Projekte selektiert, wichtige Ressourcen entscheidend geschont und das Totalausfallrisiko minimiert werden. Solche Bewertungsaktivitäten sind jedoch sehr aufwändig und kostspielig. Kleine und mittelständische Unternehmen verfügen nicht über ausreichende Ressourcen und Organisationsstrukturen, um diese Untersuchungen durchführen zu können.

 
Praxis-Tipp

Nur vergleichbare Projekte der Vergangenheit als Planungsgrundlage nutzen

Vergleiche von F+E-Einzelprojekten, die bereits in der Vergangenheit erfolgreich realisiert wurden, mit aktuell durchzuführenden Projekten könnten als Bewertungsmaßstab herangezogen werden. Damit jedoch eine Vergleichbarkeit der F+E-Projekte hergestellt werden kann, sind hierfür geeignete Kriterien und Rahmenbedingungen klar zu definieren. Überschreiten dann zeitpunktbezogen die aufgewandten Mittel in dieser frühen Phase einen vorher definierten Rahmen oder ein oder mehrere Bewertungskennzahlen signifikant, so kann dies als Indiz dafür herangezogen werden, das Projekt einmal genauer zu betrachten. Diese Vorgehensweise macht jedoch nur dann Sinn, wenn im Unternehmen geeignete Vergleichsprojekte zur Verfügung stehen.

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