Pflegeversicherung unerwartet mit Überschuss
Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt bringt der gesetzlichen Pflegeversicherung 2012 einen Einnahmenüberschuss von 100 Mio. EUR. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums bestätigte damit am 24.2.2013 einen vorangegangenen Bericht der FAZ. Damit erzielte die Sozialversicherung, wozu auch die Pflegeversicherung zählt, in den ersten 3 Quartalen 2012 einen Überschuss von 5,9 Mrd. EUR.
Alle Sozialversicherungsträger haben hohe Rücklagen
Die Rücklagen der Pflegeversicherung lagen Ende 2012 bei 5,5 Mrd. EUR oder etwa 3 Monatsausgaben. Die Reserven sind damit doppelt so hoch wie vom Gesetzgeber - mit 1,5 Monatsausgaben - vorgeschrieben. Die Rentenkasse sitzt auf einem Polster von etwa 29 Mrd. EUR, die Rücklagen im Gesundheitssystem dürften bei schätzungsweise 30 Mrd. EUR liegen.
Zahlen der Pflegeversicherung
Die Bundesbürger müssen seit Beginn des Jahres mehr Geld für die Pflegeversicherung aufbringen. Der Beitragssatz stieg von 1,95 auf 2,05 %, bei Kinderlosen auf 2,3 %.
Immer mehr Menschen sind in Deutschland auf Pflege angewiesen - die Hauptlast tragen Angehörige. Gut 2 Drittel (1,76 Mio.) der insgesamt rund 2,5 Mio. Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt.
Kein guter Start für den Pflege-Bahr
Nur schleppend läuft nach einem Bericht des «Spiegel» die staatlich geförderte private Pflegezusatzversicherung an. Danach verzeichnete die Versicherungsbranche für den sogenannten Pflege-Bahr im Januar weniger als 10.000 Vertragsabschlüsse. Für die Förderung im Jahr 2013 stehen 100 Mio. EUR bereit. Die Summe ist auf etwa 1,7 Mio. Abschlüsse ausgelegt.
Die Pflegevorsorge sei «ein langfristiges Projekt», sagte dazu Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). Auch die Riester-Rente habe eine längere Anlaufzeit benötigt. Die Zusatzversicherung für den Pflegefall wird bei einem Mindesteigenbeitrag von 10 EUR mit 5 EUR vom Staat bezuschusst.
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