Prof. Karl-Otto Bergmann
, Dr. Carolin Wever
Rz. 20
Nach einer Untersuchung des Versicherungsmaklers der Ecclesia Versicherungsdienst GmbH ist ein Anbieter-Oligopol entstanden. Während es seinerzeit insgesamt 582 Versicherer unter deutscher Aufsicht gab und hiervon 211 Versicherer den Bereich der Schadensversicherung und Unfallversicherung zeichneten, gibt es nur noch wenige Krankenhaus-Haftpflichtversicherer bundesweit, z.B. die Allianz, R+V, ERGO, HDI global, VKB sowie Generali, daneben die Kommunalversicherer. Zusätzlich existieren noch einige Regionalversicherer, die auf dem Markt nicht erhebliche Bedeutung haben. Als Ergebnis zeigte sich, dass die vier noch überregional zeichnungsbereiten Versicherer dafür gesorgt haben, dass letztlich kein Krankenhaus ohne Angebot über eine Betriebshaftpflichtversicherung bleibt. Die anfängliche Sorge, dass Krankenhäuser unversichert bleiben, hat sich erfreulicherweise nicht bewahrheitet. Allerdings ist es insbesondere im Neugeschäft zu dramatisch höheren Prämien bei deutlich verringerter Deckung und auch bei Vereinbarung teils hoher Selbstbehalte gekommen. Die Prämien konnten nur deshalb noch tolerabel gestaltet werden.
Ausländische Versicherer scheuen bisher das Krankenhausheilwesengeschäft in Deutschland, so dass es sich um ein rein deutsches Oligopol handelt.
Marktwirtschaftlich besteht kein Zweifel an der Notwendigkeit einer Prämienanpassung in der Haftpflichtversicherung für Krankenhäuser und Ärzte. Sie ist durchgesetzt. Aber im Hinblick auf die fehlende Möglichkeit der Refinanzierung der Prämienerhöhung über den Preis sollte ein geändertes Modell der reinen Pflichtversicherung mit Begrenzung der Regressmöglichkeit erwogen werden.