Rabatt

Zusammenfassung

 

Begriff

Rabatte, die der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern beim Bezug von Waren oder Dienstleistungen einräumt, sind steuerpflichtiger Arbeitslohn. Als Bemessungsgrundlage für den Vorteil der kostenlosen oder verbilligten Überlassung ist zunächst der Wert des Bezugs zu ermitteln. Erhält ein Arbeitnehmer unentgeltlich oder verbilligt Waren oder Dienstleistungen, die der Betrieb auch Fremden anbietet, liegt begrifflich Belegschaftsrabatt vor.

Die Bewertung solcher Mitarbeitervorteile gliedert sich in 2 Teile:

  • Bei der kostenlosen oder verbilligten Abgabe von Waren oder Dienstleistungen an Mitarbeiter ist der Wert des Sachbezugs mit dem um 4 % geminderten Endpreis anzusetzen (Bewertungsabschlag), zu dem der Arbeitgeber die Waren oder Dienstleistungen fremden Letztverbrauchern anbietet.
  • Darüber hinaus erhält der Arbeitnehmer einen Rabattfreibetrag von 1.080 EUR pro Kalenderjahr. Liegen die Voraussetzungen für den "großen Rabattfreibetrag" nicht vor, ist die Anwendung der 44-EUR-Freigrenze (kleiner Rabattfreibetrag) zu prüfen.
 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Lohnsteuer: Maßgebende Vorschriften zur Ermittlung des geldwerten Vorteils durch einen Rabatt des Arbeitgebers sind § 8 EStG sowie R 8.1 LStR (kleiner Rabattfreibetrag), R 8.2 LStR (großer Rabattfreibetrag) und H 8.1, H 8.2 LStH. Ergänzende Regelungen enthält das BMF-Schreiben v. 16.5.2013, IV C 5 - S 2334/07/0011, BStBl 2013 I S. 729, sowie zur Rabattgewährung durch Dritte das BMF-Schreiben v. 20.1.2015, IV C 5 - S 2360/12/10002, BStBl 2015 I S. 143.

Sozialversicherung: Beitragspflichtig sind grundsätzlich nur die lohnsteuerpflichtigen Rabattvorteile (§ 14 SGB IV, § 1 Abs. 1 SvEV). Bei pauschal versteuerten Rabatten kann sich Beitragsfreiheit ergeben (§ 1 Abs. 1 Nrn. 13 und 14 SvEV). Der beitragspflichtige Teil von geldwerten Vorteilen gilt als einmalige Einnahme.

 

Kurzübersicht

 
Entgelt LSt SV
Sachbezug bei Belegschaftsrabatt bis 1.080 EUR jährlich frei frei
Sachbezug bis 44 EUR monatlich frei frei
 

Praxis-Beispiele

  • Rabattfreiberag: Eigene Waren oder Dienstleistungen
  • Rabattfreiberag: Belegschaftsrabatt
  • Rabattfreiberag: Mahlzeiten (Vergleich Rabattfreibetrag/Sachbezugswert)
  • Rabattfreiberag: Reiseleistung/Vermittlungsprovision
  • Rabattfreiberag: Produkt des Arbeitgebers
  • Rabattfreiberag: 44-EUR-Freigrenze und Versandkosten
  • Personalrabatte (Konzern)
  • Personalrabatte: Bonuspunkte
  • Personalrabatte: Sachgeschenke (44-EUR-Freigrenze)
  • Personalrabatte: Produkte des Arbeitgebers
  • Personalrabatte: Rabatte von Dritten
  • Personalrabatte: Zeitpunkt der Bewertung
  • Personalrabatte: Mitarbeiter-Vorteilsprogramm

Arbeitsrecht

Häufig lässt der Arbeitgeber neben dem in Geld gezahlten Arbeitslohn dem Arbeitnehmer als Entgelt für seine Tätigkeit weitere Vorteile zukommen.

 

Praxis-Beispiel

Formen von Rabatten

Zumeist handelt es sich um die Einräumung verbilligten Wareneinkaufs (Personalrabatte), die Verbilligung von Werk- und Dienstleistungen oder die Einräumung privater kostenloser Nutzungsmöglichkeit an betrieblichem Eigentum (Dienstwagen, Werkdienstwohnung).

Ein Anspruch des Arbeitnehmers auf einen geldwerten Vorteil – z. B. in Form eines Personalrabatts – besteht entweder bei vertraglicher Vereinbarung, bei einer arbeitsvertraglichen Einheitsregelung oder einer entsprechenden Gesamtzusage. Auch aus einer betrieblichen Übung, aufgrund eines Tarifvertrags oder einer Betriebsvereinbarung kann sich ein entsprechender Anspruch herleiten. Anspruchsgrundlage kann schließlich noch der Gleichbehandlungsgrundsatz sein.

Entgelt

1 Bewertung mit dem marktüblichen Preis

Die Bewertung des Vorteils für eine kostenlos oder verbilligt überlassene Ware oder Dienstleistung richtet sich nach dem Preis, der in der Mehrzahl der Verkaufsfälle, d. h. bei der umsatzstärksten Filiale, am Abgabeort von Letztverbrauchern tatsächlich gezahlt wird. Übliche Preisnachlässe werden deshalb bei der Bewertung einer Ware oder Dienstleistung berücksichtigt. Der um übliche Preisnachlässe geminderte übliche Endpreis schließt die Umsatzsteuer und sonstige Preisbestandteile ein.

Bietet der Arbeitgeber die zu bewertende Ware oder Dienstleistung unter gleichen Bedingungen in nicht unerheblichem Umfang fremden Letztverbrauchern zu einem niedrigeren als dem üblichen Preis an, ist dieser Preis anzusetzen. Für die Ermittlung dieses Werts kommt es nicht darauf an, zu welchem Preis funktionsgleiche und qualitativ gleichwertige Waren oder Dienstleistungen anderer Hersteller oder Dienstleister am Markt angeboten werden.[1] Maßgebend für die Preisfeststellung ist der Ort, an dem der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer den Sachbezug anbietet. Der Endpreis kann auch der im Inland angebotene günstigste Marktpreis sein.[2]

1.1 Bewertungsabschlag von 4 %

Aus Vereinfachungsgründen kann auf die Ermittlung des um übliche Preisnachlässe geminderten üblichen Endpreises verzichtet und die Ware oder Dienstleistung mit 96 % des Endpreises bewertet werden, zu dem diese fremden Letztverbrauchern im allgemeinen Geschäftsverkehr angeboten wird.[1] Im Einzelhandel sind dies die Preise, mit denen die Waren ausgezeic...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Personal Office Standard. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Personal Office Standard 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.



Meistgelesen