Mitarbeiterbefragungen konz... / 2 Ziele und Themen von Mitarbeiterbefragungen

Mitarbeiterbefragungen werden aus unterschiedlichen Gründen durchgeführt: Mit dem Ziel, die Mitarbeiter-Zufriedenheit zu erhöhen, sollen die Mitarbeiter motiviert und in Entscheidungsprozesse einbezogen werden: denn nur mit zufriedenen Mitarbeitern kann der Unternehmenserfolg langfristig sichergestellt und gesteigert werden. Sie haben zum Ziel, die Einstellungen, Wünsche und Meinungen der Mitarbeiter im Unternehmen zu bestimmten Themen zu erheben. Insbesondere, wenn unternehmensweite Veränderungsprozesse anstehen, tragen Mitarbeiterbefragungen dazu bei,

  • den Status quo zu ermitteln,
  • Problembereiche zu erkennen,
  • Veränderungsblockaden zu identifizieren,
  • eine Feedbackkultur zu etablieren,
  • die Wahrnehmung der Mitarbeiter zu schärfen, um sie für wichtige Veränderungen zu gewinnen und
  • die Mitarbeiter einzubeziehen, ihnen Wertschätzung entgegenzubringen und so die Identifizierung mit dem Prozess und dem Unternehmen zu erhöhen.

Mittels einer Vorher-Nachher-Befragung können Personalverantwortliche und Führungskräfte direkt den Erfolg eines Projekts evaluieren und so Verbesserungspotenziale aufzeigen und erreichte Ziele bestätigen.

 

Praxis-Tipp

Sinn der Befragung herausarbeiten

Wenn Sie sich für die Durchführung einer Mitarbeiterbefragung entscheiden, darf diese Befragung weder Selbstzweck oder purem Aktionismus folgen. Mitarbeiterbefragungen sind ein sehr sensibles Instrument, mit welchem bei falscher Handhabung mehr kaputt gemacht werden kann als Nutzen für Ihr Unternehmen gestiftet wird. Formulieren Sie die Ziele der Befragung klar, richten Sie diese an den Unternehmenszielen und der Unternehmensstrategie aus und kommunizieren Sie diese in geeigneter Form im Unternehmen. Stellen Sie sicher, dass auf die Mitarbeiterbefragung Maßnahmen folgen – sonst verlieren Sie Ihre Glaubwürdigkeit!

Folgende Standardthemen eignen sich z. B. für eine Mitarbeiterbefragung:

  • Kultur des Unternehmens
  • Arbeitgeberimage
  • Identifikation mit dem Unternehmen
  • Zufriedenheit mit der Aufgabe
  • Zusammenarbeit und Betriebsklima
  • Führungsverhalten der direkten Führungskraft
  • Personalentwicklung
  • Information und Kommunikation
  • Motivation und Motivationsfaktoren
  • Verbesserungen für das Unternehmen
  • Soziale Leistungen
  • Transparenz der Unternehmens- und Abteilungspolitik
  • Zufriedenheit mit dem Entlohnungssystem

Die Auswahl der Themen geschieht nicht zufällig, sondern wird im Vorfeld unter Einbindung geeigneter Personen gemeinsam erarbeitet.

 

Praxis-Tipp

Ziele klar definieren

Überlegen Sie im Vorfeld genau, ob eine Befragung auch das geeignete Medium für Ihre Zielerreichung ist, und welche Ziele Sie im Unternehmen mit einer Mitarbeiterbefragung erreichen möchten. Mitunter können diese Ziele anderweitig (z. B. durch Workshops oder Interviews mit Schlüsselpersonen) kostengünstiger erreicht werden.

Die Befragung fungiert somit als Analyseinstrumente zur Lokalisierung von Stärken und Schwächen im Unternehmen. Problemspezifisch werden Teilaspekte, z. B. die Neugestaltung der Arbeitszeit-Regelung, abgefragt. So kann die Akzeptanz einer geplanten Maßnahme – und darüber die Mitarbeiter-Motivation – bereits im Vorfeld erhöht werden. Eine solche Befragung kann auch als strukturiertes Interview erfolgen. Möglichkeiten zum Nachfragen bringen tieferliegende Ergebnisse, aber es besteht dann auch die Gefahr, dass nicht immer offen und ehrlich geantwortet wird. Auch ist bei einer mündlichen Befragung der Zeit- und Kostenaufwand hoch.

 

Praxis-Tipp

Führungskräfte einbinden

Bereiten Sie geeignete Themenfelder auf und stimmen Sie dies mit der Unternehmensleitung ab. Nur wenn die Unternehmensleitung hinter der Entscheidung einer Mitarbeiterbefragung steht und die Ergebnisse mitträgt, kann eine Befragung auch erfolgreich sein. Binden Sie, wenn möglich, auch die Führungskräfte des Unternehmens ein und lassen Sie diese als Multiplikatoren für die Mitarbeiterbefragung dienen.

Die nächsten Schritte werden erst dann geplant, wenn die Unternehmensleitung und Schlüsselpersonen eine eindeutige Entscheidung für eine Befragung getroffen haben. Auch dann erst wird das Vorhaben im Unternehmen kommuniziert. Es ist sinnvoll, Mitarbeiterbefragungen – wenn einmal eingeführt und umgesetzt – zu einem regelmäßigen Baustein – der Personalpolitik zu machen. Es sollte eine Projektplanung aufgesetzt werden, um den Prozess sauber zu begleiten.

Überlegen Sie im Vorfeld, wie Sie mit den Ergebnissen umgehen wollen ("Wann werden wie welche Ergebnisse an wen und durch wen kommuniziert?") und verfassen Sie die Kommunikationsvorlagen für die Befragung so, dass die richtige Erwartungshaltung bei den Mitarbeitern gesetzt wird. Stellen Sie sicher, dass Sie die im Rahmen der Kommunikation abgegebenen Versprechen auch einhalten können.

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