Fahrten Wohnung - erste Tät... / 5 Anrechnung von Fahrtkostenzuschüssen

Auf die Entfernungspauschale sind steuerfreie und pauschal besteuerte Arbeitgeberleistungen anzurechnen. Steuerfrei anzurechnen waren bis 2018 nur Preisvorteile durch ein vom Arbeitgeber verbilligt oder unentgeltlich überlassenes Jobticket für die Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Hierunter sind bislang Sachbezüge bei Jobtickets gefallen, die im Rahmen der 44-EUR-Freigrenze oder bei Mitarbeitern von Verkehrsbetrieben im Rahmen des Rabattfreibetrags von 1.080 EUR lohnsteuerfrei waren. Seit 2019 gilt dies für sämtliche Sachbezüge aus der unentgeltlichen bzw. verbilligten Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln zu Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte im Linienverkehr. Darüber hinaus aber auch für sämtliche (Geld-)Zuschüsse, die der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern für diese Fahrten im öffentlichen Personenverkehr zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt. Die Kürzung umfasst außerdem die ab 1.1.2019 eingeführte Steuerfreiheit für Arbeitgeberleistungen (Sachbezüge und Geldzuschüsse) zu Fahrten im Personennahverkehr, auch soweit es sich um Privatfahrten des Arbeitnehmers handelt. Außerdem wird die Entfernungspauschale wie bisher gekürzt um die mit 15 % pauschal besteuerten Fahrtkostenzuschüsse des Arbeitgebers bei Benutzung anderer Verkehrsmittel, etwa dem eigenen Pkw zu Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, ebenso um den pauschal besteuerten geldwerten Vorteil für die Benutzung von Dienstwagen zu den Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte.

 

Praxis-Beispiel

Anrechnung von Fahrtkostenzuschüssen auf die Entfernungspauschale

Ein Arbeitnehmer mit einer 5-Tage-Woche benutzt für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte (kürzeste Straßenverbindung 30 km) ausschließlich öffentliche Verkehrsmittel. Das Jahresabo hierfür kostet 1.000 EUR. Der Arbeitgeber leistet einen Zuschuss i. H. v. 500 EUR.

Ergebnis: Der Fahrtkostenzuschuss des Arbeitgebers zu öffentlichen Verkehrsmitteln im Linienverkehr ist steuerfrei. Für die als Werbungskosten abziehbare Entfernungspauschale ergibt sich diese Berechnung:

 
220 Tage × 30 km x 0,30 EUR 1.980 EUR
Abzgl. steuerfreier Arbeitgeberzuschuss - 500 EUR
Abziehbare Werbungskosten 1.480 EUR

Fahrtkostenzuschuss mindert die auf 4.500 EUR gedeckelte Entfernungspauschale

Ist der Höchstbetrag von 4.500 EUR zu beachten, muss die Anrechnung der steuerfreien Arbeitgeberleistungen bei Jobtickets von dem auf 4.500 EUR gedeckelten Abzugsbetrag vorgenommen werden. In gleicher Weise anzurechnen sind auch die pauschal besteuerten Arbeitgeberleistungen bei Benutzung eines Dienstwagens oder eigenen Pkw für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Dasselbe gilt für die Sachbezüge, die im Rahmen des Rabattfreibetrags steuerfrei bleiben, wenn ein Verkehrsunternehmen als Arbeitgeber seinen Mitarbeitern kostenlose oder verbilligte Jobtickets gewährt. Durch die neue Steuerbefreiung für Arbeitgeberleistungen (Zuschüsse und Sachbezüge) zu den Aufwendungen des Arbeitnehmers für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit öffentlichen Verkehrsmitteln beschränkt sich die Anwendung des Rabattfreibetrags seit 2019 auf Jobtickets, die bei Mitarbeitern von Verkehrsunternehmen im Wege der Barlohnumwandlung finanziert werden.

Fahrtkostenzuschuss muss in der Lohnsteuerbescheinigung angegeben werden

Damit das Finanzamt bei der Einkommensteuerveranlagung die steuerfreien und pauschal besteuerten Arbeitgeberleistungen auf die Entfernungspauschale zutreffend anrechnen kann, ist eine betragsmäßige Bescheinigungspflicht festgelegt. Der Arbeitgeber muss den Betrag der steuerfreien Bezüge in Zeile 17 der Lohnsteuerbescheinigung ausweisen, den Betrag der pauschal besteuerten Bezüge in Zeile 18.

 

Hinweis

Neue Pauschalierungsvorschrift vermeidet Anrechnung

Um die Akzeptanz von Jobtickets zu erhöhen, wurden die Pauschalierungsmöglichkeiten für Arbeitgeberleistungen bei Jobtickets und für Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr um eine neue Pauschalierungsvorschrift ergänzt. Neben die bisherige Fallgruppe mit einem Pauschsteuersatz von 15 % tritt eine weitere Besteuerungsalternative, für die eine pauschale Lohnsteuer von 25 % anfällt. Die gesetzliche Neuregelung tritt rückwirkend zum 1.1.2019 in Kraft. Begünstigt sind die Sachverhalte, die unter die Steuerbefreiung des § 3 Nr. 15 EStG fallen. In Betracht kommen Sachbezüge und (Geld-)Zuschüsse bei Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln zu Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte im Linienverkehr sowie bei Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr. Der Gesetzgeber räumt dem Arbeitgeber eine Wahlmöglichkeit zwischen der Steuerfreistellung und der Lohnsteuerpauschalierung mit 25 % ein. Der Vorteil der Pauschalbesteuerung mit dem erhöhten Pauschsteuersatz von 25 % liegt darin, dass im Gegenzug auf eine Kürzung der Entfernungspauschale und damit auch auf einen Ausweis in der Lohnsteuerbescheinigung verzichtet wird. Die neue Pauschalierungsvorschrift umfasst auch die von der Steuerbefreiung ausges...

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