Rz. 103
§ 2 Nr. 1 BetrKV
Die laufenden öffentlichen Lasten des Grundstücks, hierzu gehört namentlich die Grundsteuer.
Maßgeblich ist, dass es sich um öffentliche Lasten handelt, die auf dem Grundstück selbst ruhen. Das sind einmal die Grundsteuern (OLG Hamm, Urteil v. 26.4.2005, 7 U 48/04, MietRB 2005, 229; Blank/Börstinghaus,§ 556 Rn. 9), die in voller Höhe an den Mieter der Eigentumswohnung, soweit sie für diese erhoben werden (LG Hamburg, Urteil v. 7.9.2010, 333 S 3/10, WuM 2011,23;LG Berlin, Urteil v. 1.11.2005, 65 S 195/05, WuM 2006, 34), direkt "weitergeleitet" werden dürfen (BGH, Urteil v. 17.4.2013, VIII ZR 252/12, GE 2013, 680; BGH, Beschluss v. 13.9.2011, VIII ZR 45/11, NZM 2012, 96); der Vermieter sollte aber klarstellen, dass es sich um allein für die an den Mieter vermietete Wohnungseigentumseinheit vom Finanzamt gesondert ausgewiesene Grundsteuer handelt (LG Berlin, Urteil v. 20.11.2013, 65 S 73/13, Juris). Zu den Grundsteuern gehören auch Zweitwohnungssteuern (Heix, Wohnungsbaurecht, März 2004, § 2 BetrKV Anm. 3). Ferner sind auch Realkirchensteuern, Deichgebühren, Sielgebühren (Heix, Wohnungsbaurecht, März 2004, § 2 BetrKV, § 2 Anm. 3.3) Gebühren für Feuerstättenbescheide (AG Soest, Urteil v. 6.2.2013, 12 C 280/12, GE 2014, 129; Lützenkirchen, § 556 Rn. 68; a. A. Schmidt-Futterer/Lehmann-Richter, § 556 Rn. 274) sowie in den neuen Bundesländern die Abgeltungslast aufgrund der Hauszinssteuer (a. A. Heix, Wohnungsbaurecht, März 2004, § 2 BetrKV, § 2 Anm. 3.3; vgl. dazu Hundertmark, ZOV 1994, 241) gemäß § 2 Nr. 1 BetrKV als Betriebskosten umlegbar. Nicht dazu gehören jedoch Erschließungs- oder Anschlusskosten, die als Kosten von baulichen Maßnahmen – ggf. als gemäß § 559 umlegbare Modernisierungskosten – zu qualifizieren sind (Blank/Börstinghaus,§ 556 Rn. 11; Heix...