Lars Leibner
, Ewald Dötsch
Tz. 84
Stand: EL 100 – ET: 10/2020
§ 8c Abs 1 S 1 KStG fordert die (dingliche) Übertragung der Beteiligung bzw die Übertragung von Mitgliedschafts-, Beteiligungs- oder Stimmrechten. Das umfasst jegliche entgeltliche oder unentgeltliche rechtsgeschäftliche (derivative) Übertragung bestehender Beteiligungen unter Lebenden, und zwar sowohl durch Einzel- als auch durch Gesamtrechtsnachfolge (wegen der Ausnahmeregelungen für die Übertragung durch Erbfolge bzw durch voll unentgeltliche Erbauseinandersetzung oder voll unentgeltliche vorweggenommene Erbfolge s Tz 62). Eine Übertragung idS kann auch durch Verschmelzung, Spaltung (§§ 3ff, 11ff, 15 UmwStG), durch Sacheinlage oder Anteilstausch (§§ 20, 21 UmwStG) erfolgen (s Tz 82). Keine Übertragung, weil nur aus stlichen Gründen fingiert, findet beim Formwechsel (§§ 9, 25 UmwStG) statt (s Tz 83).
Fraglich ist, ob auch eine Anwachsung als "vergleichbarer Sachverhalt" iSd § 8c Abs 1 S 1 KStG zu einem schädlichen (mittelbaren) Beteiligungserwerb führen kann, wenn an einer an der Verlust-Kö beteiligten Pers-Ges der vorletzte Gesellschafter austritt. Verneinend s van Lishaut (FR 2008, 789, 795); s Dieterlen/Winkler (GmbHR 2007, 815, 817); s Sistermann/Brinkmann (BB 2008, 1928, 1932); und s Stümper (GmbHR 2010, 129). Bejahend, uE zutr, s Möhlenbrock (Ubg 2008, 595, 598) und s Neumann (in R/H/N, § 8c KStG Rn 95). Wenn in einer Beteiligungskette M-AG – GmbH & Co KG – Verlust-GmbH die Kpl-GmbH auf die M-AG verschmolzen wird, wächst dadurch das BV der KG auf den verbleibenden Gesellschafter M-AG an. Während vorher die MU-Schaft im Hinblick auf § 8c Abs 1 KStG eine Abschirmwirkung entfaltete (s Urt des BFH v 20.08.2003, BStBl II 2004, 614), ist nach der Anwachsung die Beteiligung an der Verlust-GmbH der M-AG zuzurechnen. Für die Annahme eines sc...