Als Stromgestehungskosten werden die Kosten bezeichnet, die durchschnittlich pro erzeugter Kilowattstunde Strom über die gesamte Lebensdauer einer Energieerzeugungsanlage anfallen. Sie umfassen sowohl die anfänglichen Investitionskosten als auch die laufenden Betriebs- und Wartungskosten. Sie sind eine wichtige Kennzahl, um die Wirtschaftlichkeit verschiedener Stromerzeugungstechnologien zu vergleichen.
In Deutschland lagen die Stromgestehungskosten nach Berechnungen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) 2021 zwischen 3,94 und 8,29 Cent/kWh. Offshore-Windkraftanlagen hatten Stromgestehungskosten zwischen 7,23 Cent/kWh und 12,13 Cent/kWh. Sie waren damit vergleichbar mit Gas-und-Dampfturbinen-Kraftwerken und deutlich günstiger als Braun- und Steinkohlekraftwerke. Seitdem hat sich deren Abstand zu Wind- und Sonnenenergie sogar noch vergrößert, weil die Preise von Kohle und vor allem von Erdgas stark gestiegen sind.
2024 hat das ISE erneut untersucht, zu welchen Kosten verschiedene Kraftwerkstypen Strom produzieren können. Die Stromgestehungskosten von Onshore-Windkraftwerken liegen je nach Standort zwischen 4,3 und 9,2 Cent/kWh, basierend auf spezifischen Anlagenkosten von 1.300 bis 1900 EUR/kW. Onshore-Windkraftanlagen an guten Standorten (z.B. an der Nordseeküste) mit umgerechnet 3.200 Volllast-Betriebsstunden pro Jahr hatten Stromgestehungskosten von 4,3 bis 5,5 Cent pro Kilowattstunde. An Schwachwindstandorten mit lediglich 1.800 Volllaststunden lagen die Produktionskosten bei 7,1 bis 9,2 ct/kWh. Mit bis zu 4500 Volllaststunden erzielen Offshore-Windanlagen Stromgestehungskosten zwischen 5,5 und 10,3 Cent/kWh. Die spezifischen Anlagenkosten liegen dabei zwischen 2.200 und 3.400 EUR/kW, einschließlich der Festlandanbindung. Eingerechnet sind dabei die ...