Warum Steuerkanzleien ein Feel-Good-Management brauchen

Kommentar 30.11.2022 Transformation & Change Management

Erreicht eine Steuerkanzlei eine gewisse Größe, stellen die Inhaber oft fest, dass sie mehr mit Mitarbeiterführung und der Auflösung von Konflikten beschäftigt sind als mit dem Umsetzen einer Kanzleistrategie. Ein besonderes Augenmerk auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter kann in dieser Situation der Gamechanger sein.

Warum Steuerkanzleien ein Feel-Good-Management brauchen

Druck ist ein stetiger Begleiter in Steuerkanzleien. Das gilt besonders für Kanzleien, die schnell gewachsen sind und bei denen Prozesse, Strukturen und die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dem Kanzleiwachstum hinterherhinken. Das führt nicht selten zu Unzufriedenheit, Frust und Demotivation vom Azubi bis in die Chefetage, was wiederum zu mehr Druck führt.
Diese Negativspirale lässt sich aufhalten. Und zwar dann, wenn Kanzleiinhaberinnen und Kanzleiinhaber das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konsequent in den Mittelpunkt stellen.

Ein „feel-good“-Management beinhaltet weitaus mehr als kleine Aufmerksamkeiten.

Doch was muss getan werden, damit sich alle wohlfühlen? Wer hier an Massagesessel und Obstkörbe im Büro denkt, liegt falsch. Ein „feel-good“-Management beinhaltet weitaus mehr als kleine Aufmerksamkeiten. Es umfasst das Erarbeiten einer gezielten Kanzleiausrichtung und Kanzleistrategie und den Aufbau eines Rollenbewusstseins eines jeden Einzelnen innerhalb der Kanzlei. Es soll eine Vertrauenskultur geschaffen werden, in der sich alle Beteiligten sicher im Bezug auf die Kommunikation miteinander fühlen. Dazu zählen eine gelebte Feedback-Kultur und ein gutes Zeitmanagement. Die dadurch entstehende Atmosphäre führt zu einer zufriedenen Belegschaft, bindet die Mitarbeiter und sorgt für ein neues Wirgefühl, welches sich gleichzeitig positiv auf die Kommunikation nach außen, – also mit der Mandantschaft auswirkt.

Wenn aufgrund der vielen negativen Einflüsse selbst der Chef nicht mehr gerne in der eigenen Kanzlei arbeitet, warum sollte es dann die Belegschaft tun?

„Feel-good“-Management ist keine Modeerscheinung. Es ist ein erprobtes Mittel, um den alltäglichen und neuen Herausforderungen dieser Zeit entgegenzuwirken. Kanzleiinhaber haben in den seltensten Fällen Führung gelernt. Daher ist es in der heutigen Zeit wichtig, sich solchen Themen zu öffnen. Wenn aufgrund der vielen negativen Einflüsse selbst der Chef nicht mehr gerne in der eigenen Kanzlei arbeitet, warum sollte es dann die Belegschaft tun? Es braucht den uneingeschränkten Spirit der Kanzleileitung, damit sich die Motivation und die Sog-Kraft auf das Team und das gesamte Umfeld überträgt. Dazu kommt: Kanzleien unterscheiden sich kaum voneinander, daher muss ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen werden, welches das Unternehmen von der Masse abhebt. Gelebte Werte, klare Kante in Ablauf und Struktur sowie Spaß an der Arbeit schaffen ein Wirgefühl und stärken den Zusammenhalt. Werte machen attraktiv, auch für potenzielle Bewerberinnen und Bewerber.


Über die Gastautorin

Melita Dine ist langjährige Dozentin im Kanzleimanagement, Systemischer Coach & Change Managerin sowie Expertin für Vertrauensintelligenz und Vertrauenskultur.

Sie ist geschäftsführende Gesellschafterin der GeBeCe GmbH. GeBeCe unterstützt die Steuerberaterkanzleien, ein gelebtes Feel-Good-Management zu etablieren, den Team-Spirit der Mitarbeiter zu fördern und klare Strukturen zu schaffen. Planungssicher in die Zukunft statt Mitarbeiterfluktuation.

Sie können Melita Dine auf LinkedIn folgen.

Schlagworte zum Thema:  Kanzleimanagement
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