Dipl.-Psych. Julia Scharnhorst
Auch die Pausengestaltung innerhalb eines Arbeitstags kann deutlich zum Wohlbefinden beitragen: regelmäßige kurze Pausen können Ermüdung verhindern und die Produktivität steigern. Wenn umgekehrt keine oder unzureichende Pausen eingelegt werden, wirkt sich das negativ auf das körperliche, emotionale und mentale Wohlbefinden aus. Auf Dauer kann es zu ausgeprägten Erschöpfungszuständen und verminderter Leistungsfähigkeit kommen (Abb. 12).
Abb. 12: Häufigkeit von Beschwerden mit und ohne Ausfall von Pausen (in %)
Erholungsfähigkeit
Wenn regelmäßig mehr als 8 Stunden gearbeitet wird, leidet die Erholungsfähigkeit im Schlaf. Negative Effekte der Arbeitsbelastung können nicht mehr ausgeglichen werden, sondern sammeln sich an. Auf Dauer führt das zu einer starken Belastung der Gesundheit und auch das Unfallrisiko steigt deutlich.
Auch im Betrieb können sich negative Auswirkungen dauernder Erschöpfung zeigen:
- Steigerung der krankheitsbedingten Fehlzeiten,
- Steigerung des Risikos der Erwerbsunfähigkeit,
- Erhöhung der Fluktuationsrate in der Belegschaft,
- Minderung der Leistungsfähigkeit, besonders bei geistig anspruchsvollen Tätigkeiten, die Kreativität und Innovationsfähigkeit erfordern.
Im Stressreport 2019 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin wurden etwa 20.000 Personen u. a. dazu befragt, wie sie mit ihren Pausen umgehen. Mehr als ein Viertel der Befragten gab an, an Arbeitstagen mit mehr als 6 Stunden Arbeitszeit die Pausen häufig ausfallen zu lassen. Dabei werden als Begründungen genannt, dass man zu viel Arbeit habe, dass die Pausen nicht in den Arbeitsablauf passen oder dass man gar keine Pausen machen möchte.
Abb. 13: Wirkung von Überbeanspruchung und zu wenig Erholung in der Freizeit
Der Druck, auf Pausen bei der Arbeit zu verzichten ist groß. In eini...