Praxis-Beispiele: Pauschali... / 7 Jobticket: Wahlrecht zwischen Steuerfreiheit und Pauschalierung
 

Sachverhalt

Der Arbeitnehmer bekommt zu seinem Gehalt von 3.000 EUR zusätzlich vom Arbeitgeber einen Betrag von 60 EUR monatlich für den Kauf einer Monatsfahrkarte. Seine Entfernung zur ersten Tätigkeitsstätte beträgt 20 Kilometer. Der Arbeitgeber hat die Wahl zwischen 2 Besteuerungsmöglichkeiten:

  1. Der Arbeitgeber kann die Monatsfahrkarte steuerfrei gewähren.
  2. Der Arbeitnehmer kann die Monatsfahrkarte alternativ mit 25 % pauschalieren.

Welche Unterschiede gibt es bei den beiden Varianten der Besteuerung?

Lösung a.

 
Gehalt 3.000 EUR
Zzgl. Monatskarte 60 EUR
Gesamtbrutto 3.060 EUR
= Steuer- und SV-Brutto 3.000 EUR

Der Betrag von 60 EUR wird auf die Entfernungspauschale angerechnet und muss in der Lohnsteuerbescheinigung unter Zeile 17 ausgewiesen werden.

Als Werbungskosten können geltend gemacht werden:

0,30 EUR x 20 km x 220 Arbeitstage (angenommen) = 1.320 EUR,

darauf angerechnet werden: 60 EUR x 12 Monate = 720 EUR.

Lösung b.

 
Gehalt 3.000,00 EUR
Zzgl. Monatsfahrkarte + 60,00 EUR
Gesamtbrutto 3.060,00 EUR
= Steuer- und SV-Brutto 3.000,00 EUR
   
Pauschalversteuerung mit 25 % pauschaler Lohnsteuer 15,00 EUR
Zzgl. 5,5 % Solidaritätszuschlag + 0,82 EUR
Zzgl. ggf. Kirchensteuer (angenommen 9 %) + 1,35 EUR
Zusätzliche Belastung monatlich 17,17 EUR
Zusätzliche Belastung jährlich 206,04 EUR

Der Betrag von 60 EUR wird nicht auf die Entfernungspauschale angerechnet und muss nicht in der Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesen werden. So kann der Arbeitnehmer seine Werbungskosten in der Steuererklärung in voller Höhe geltend machen.

Als Werbungskosten können geltend gemacht werden:

0,30 EUR x 20 km x 220 Arbeitstage (angenommen) = 1.320 EUR.

Die Pauschalsteuer kann vom Arbeitgeber auf den Arbeitnehmer abgewälzt werden.

Praxis-Tipp

Wenn der Arbeitnehmer sich für die Pauschalversteuerung entscheidet, muss er abwägen, ob die Steuererstattung durch den Werbungskostenabzug höher ist als die Steuerbelastung durch die Pauschalsteuer i. H. v. 206,04 EUR. Das kann jeweils nur individuell entsprechend der persönlichen Situation des Arbeitnehmers entschieden werden.

Wenn der Arbeitgeber die Pauschalsteuer übernimmt, ist diese Variante immer am günstigsten für den Arbeitnehmer, da er keine zusätzliche Belastung und trotzdem den vollen Werbungskostenabzug hat.

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