Praxis-Beispiele: Geringfüg... / 2.1 Weihnachtsgeld
 

Sachverhalt

Eine seit 1.1.2019 angestellte Aushilfe erhält neben dem monatlichen Arbeitsentgelt von 420 EUR im Dezember ein vertraglich zugesichertes Weihnachtsgeld i. H. v. 480 EUR.

Entsteht durch die Zahlung des Weihnachtsgelds ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis?

Lösung

Das Weihnachtsgeld ist bei der Beurteilung der Beschäftigung zu berücksichtigen.

 
Arbeitsentgelt jährlich (420 EUR x 12 Monate + 480 EUR) 5.520 EUR
Durchschnittliches monatliches Arbeitsentgelt (5.520 EUR : 12 Monate) 460 EUR

Durch die Zahlung des Weihnachtsgeldes im Dezember wird die Geringfügigkeitsgrenze von 5.400 EUR pro Jahr überschritten. Es entsteht Sozialversicherungspflicht ab Beginn der Beschäftigung. Die Beiträge sind an die Krankenkasse abzuführen. Arbeitgeber müssen bei Beginn einer Beschäftigung und später laufend jährlich vorausschauend den sozialversicherungsrechtlichen Status einer Beschäftigung beurteilen. Hierbei sind auch mögliche Einmalzahlungen zu berücksichtigen.

Da keine geringfügig entlohnte Beschäftigung i. S. v. § 8 SGB IV vorliegt, ist auch die Pauschalierung gem. § 40a Abs. 2 EStG i. H. v. 2 % nicht mehr möglich. Die Besteuerung hat nach den ELStAM zu erfolgen. Werden keine Lohnunterlagen vorgelegt, ist die Besteuerung nach Lohnsteuerklasse VI vorzunehmen.

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