1.1 Ausprägungen
In der Werbung hat sich bereits der Begriff Influencer-Marketing als feste Disziplin etabliert. Durch ihre starke Medienpräsenz haben Influencer generell einen sehr großen Einfluss auf alle Menschen, die ihren Beiträgen folgen, ihre Kanäle abonnieren oder durch Presseberichte auf ihre Inhalte aufmerksam werden. Diese Persönlichkeiten genießen in ihrer oft hunderttausende Mitglieder umfassenden Community ein sehr hohes Ansehen. Die Besonderheit dabei ist, dass Nutzer den Influencern in sozialen Netzwerken aus eigenem Antrieb folgen. Sie finden ihre Inhalte interessant und hilfreich und identifizieren sich deshalb mit ihnen oder ihren Ideen.
Und diesen Einfluss nutzen sie nicht nur für Werbezwecke: Selbst Wahlergebnisse können durch Influencer im Web beeinflusst werden, wie die etablierten Parteien bei der Europawahl 2019 feststellen mussten. Hier hatte der YouTuber Rezo in einem Video gegen die CDU und die etalierten Parteien mehr als 14 Millionen Aufrufe generiert und auch im Anschluss eine Kettenreaktion ausgelöst, indem weitere YouTuber in den sozialen Medien auf den Beitrag Bezug nahmen, ebenfalls ihre Meinung verbreiteten und aufriefen, keine der großen Volksparteien zu wählen.
Fünf Jahre später, bei der Europawahl 2024, schaffte es ein Influencer sogar in das EU-Parlament gewählt zu werden. In seinem Heimatland Zypern erhielt Fidias Panayiotou aus dem Stand knapp 20 Prozent der Stimmen – das war Platz drei für den Einzelkandidaten hinter zwei etablierten Parteien. In den sozialen Medien erreichte der Influencer ein Millionenpublikum: Auf YouTube haben mehr als 2,6 Millionen Menschen seinen Kanal abonniert, auf TikTok hat er rund 200.000 Follower. Damit wird deutlich, welchen Einfluss Influencer nehmen können.
Grundsätzlich lassen sich drei Gruppen von Influencern unter...