Prof. Dr. Saskia Bochert
, Prof. Dr. Kai Wiltinger
Zusammenfassung
Objectives and Key Results (OKR) wird als agile Methode des Performance Managements beschrieben, die es Unternehmen ermöglicht, auf die Herausforderungen der VUCA Welt zu reagieren.
Es gibt kein detailliertes Handbuch für die Einführung und Nutzung von OKR.
Die Ergebnisse zweier explorativer Studien zeigen als Vorteile von OKR u. a. die Ausrichtung auf die Unternehmensziele, die durch die Transparenz erhöhte Mitarbeitermotivation und eine hohe Anpassungsfähigkeit.
Als Voraussetzung für die Einführung werden unter anderem die Unterstützung des Managements sowie die generelle Bereitschaft für einen kulturellen Wandel, ausreichendes Know-how über OKR auf allen Unternehmensebenen und eine offene Kommunikationskultur genannt.
Es wurde keine einheitliche Ausgestaltung der OKR Methode in den befragten Unternehmen gefunden.
Die Rolle des Controllings bei der Anwendung von OKR hängt von dem eigenen Controllingverständnis der Controllingabteilung ab.
1 Herkunft und Nutzung von OKR
Die Entwicklung von Objectives and Key Results (OKR) als Methode des Performance Managements bei Intel in den späten 1970er Jahren war die Folge veränderter interner und externer Anforderungen an die Aufbau- und Ablauforganisation in einem schnell wachsenden Unternehmen der sich damals formierenden Personal Computer-Industrie. Andy Grove, der damalige Intel CEO, war der Meinung, dass die Anwendung klassischer Managementinstrumente die kurzfristige Steuerung seines Unternehmens in einem hoch kompetitiven Umfeld bei der Entwicklung des 8080’s Chip nicht gewährleisten können.
Unternehmen, bei denen die Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit hoch sind, befinden sich in einer VUCA World. Bis in die 2010er Jahre schien dies nur für High-Tech-Unternehmen wie Intel, Microsoft und Google oder für Start-ups wie Intuit oder Zalan...