Prof. Dr. Daniela Eisele-Wijnbergen
Um die Gestaltung der Weiterbildung zu optimieren, sind Bedarfe aus Unternehmens- und Mitarbeitersicht zu erheben. Zudem sind Lernziele zu formulieren und alle Beteiligten vor einer Bildungsmaßnahme entsprechend darauf vorzubereiten. Eine solche Vorbereitung ist für eine bessere Akzeptanz und Lern- sowie Transfererfolge wesentlich.
2.1 Bedarfsermittlung und Zielformulierung
Bildungsbedarf ist die Differenz zwischen gegenwärtigen und zukünftigen Anforderungen des Unternehmens (= Soll) und den vorhandenen, gegenwärtigen Kompetenzen, i. S. von Wissen, Können und Einstellungen/Verhalten der Mitarbeiter (= Ist). Eine Bildungsbedarfsanalyse stellt quantitative und qualitative Informationen für die Planung, Steuerung und Kontrolle der unternehmensweiten Weiterbildungsaktivitäten bereit. Der Prozess ist systematisch und regelmäßig durchzuführen, da sich sowohl unternehmensseitige Anforderungen als Mitarbeiterschaft ändern. Sie berücksichtigt neben aktuellen Anforderungen des Arbeitsplatzes, des Teams und Unternehmens auch zukünftig absehbare Anforderungen, die sich aus organisatorischen und technologischen Entwicklungen ergeben.
Voraussetzung für die Erhebung zukünftiger Qualifikationsanforderungen ist das Wissen um
- betriebliche Erfordernisse auf organisationaler und strategischer Ebene, z. B. eine Internationalisierung oder Neuausrichtung des Geschäftsmodells oder kulturell angestrebte Veränderungen.
- heutige und zukünftige Anforderungen an Fach-, Methoden- und Sozialkompetenzen der Aufgaben.
- Nachfolgeplanung im Unternehmen.
- Wünsche, Bedürfnisse und Erwartungen der im Betrieb Beschäftigten, insbesondere die individuelle Karriereplanung.
Mitarbeitergespräche nutzen
Bildungsbedarf, Gründe wie Ziele von Bildungsmaßnahmen können sehr gut in Regelgesprächen zwischen Führungskraft und Mitarbeiter festgestellt und festgehal...