Prof. Dr. Joachim S. Tanski
5.1.1 Buchungstechnik mit gesonderter Provisionsabrechnung
Rz. 55
Folgende Geschäftsvorfälle fallen an (alle Werte sind netto, ggf. zuzüglich angenommenen 10 % Umsatzsteuer):
- Der Kommittent kauft Waren für 30.000 EUR (netto) ein.
- Der Kommittent schließt mit dem Kommissionär einen Kommissionsvertrag und übergibt diesem Ware im Einkaufswert von 10.000 EUR, die der Kommissionär für 18.000 EUR verkaufen soll. Nach gesonderter Abrechnung soll der Kommissionär 15 % Provision erhalten.
- Der Kommissionär verkauft die Waren zum angegebenen Preis und macht dem Kommittent darüber eine Ausführungsanzeige.
- Der Kommissionär überweist den offenen Betrag unter Abzug seiner Provision und erstellt dem Kommittenten eine gesonderte Provisionsrechnung.
Buchungen beim Kommittenten
1. Buchungssatz:
Wareneinkauf |
30.000 |
Vorsteuer |
3.000 |
|
an Verbindlichkeiten |
33.000 |
Mit diesem – für ein Kommissionsgeschäft unspezifischen Buchungssatz – wird lediglich der Wareneinkauf beim Kommittenten erfasst.
2. Buchungssatz:
Konsignationsware |
10.000 |
|
an Wareneinkauf |
10.000 |
Aus Gründen der Übersichtlichkeit und Klarheit sollte jene Ware, die sich außerhalb der eigenen Lager befindet, auf einem gesonderten Konto festgehalten werden; es handelt sich bei diesem Buchungssatz um einen reinen Aktivtausch.
Diese Buchung kann bei einer entsprechenden Lagerbuchhaltung auch durch einen entsprechenden Eintrag in der Lagerkartei (Lagerbuchführung) ersetzt werden, da sich der Ausweis im Jahresabschluss durch diese Buchung nicht verändert.
3. Buchungssatz:
Kommissionär |
19.800 |
|
an Umsatzerlöse |
18.000 |
an Mehrwertsteuer |
1.800 |
Das Konto "Kommissionär" stellt ein Kontokorrentkonto dar, über welches alle Geschäftsvorfälle mit dem Kommissionär gebucht werden, soweit sie die vereinbarten Kommissionsgeschäfte betreffen. Die Buchung wird...