Reinhild Fürstenberg, Maren Mönninghoff
1.1 Begriff
Zitat
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf meint die Fähigkeit von Erwerbstätigen, sich einerseits dem Beruf, andererseits dem Familienleben zu widmen. Familienleben umfasst hierbei alle (Lebens-)Gemeinschaften, in denen langfristige soziale Verantwortung für andere übernommen wird.
Dazu zählen vor allem traditionelle Familien, alleinerziehende Mütter und Väter, Patchwork- und Pflegefamilien sowie eheliche, nichteheliche und gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften.
Auch die eigenen Eltern und Geschwister werden als Teil des Familienlebens definiert. Der Begriff der Vereinbarkeit schließt die Schwierigkeiten, die in diesen Bereichen auftreten können, mit ein. Sind auch Bereiche wie Freundschaften oder Hobbys mit eingeschlossen, spricht man von der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.
1.2 Geschichtlicher Rückblick
Bis in die 1960er-Jahre dominierte in Familien eine klare Rollenverteilung zwischen Mann und Frau. Der Mann war für die außerhäusliche Erwerbsarbeit zuständig, während die Frau die innerhäuslichen Hausarbeiten und Betreuungsaufgaben übernahm. Als Ende der 1960er-Jahre das Hamburger Abkommen die Reform der unteren Schulformen und Vereinheitlichung der Schulsysteme der Bundesländer einleitete, wurde das Bildungswesen breiteren Kreisen der Bevölkerung zugänglich gemacht. Damit stieg die Chancengleichheit für Mädchen und junge Frauen gegenüber den Männern an. Sie begannen sich gegen die reine Hausfrauen- und Mutterrolle zu wehren.
Ab Mitte der 1970er-Jahre beteiligten sich Mütter und Frauen an der Erwerbstätigkeit. In diesem Zuge nahm die Anzahl der Ein-Personen-Haushalte zu. Ab den 1980er-Jahren stieg außerdem die Anzahl der nicht-ehelichen Haushalte, wobei es keine Rolle spielte, o...