Erstellen der Lohnsteuerbes... / 6.7 Zeilen 9-14, 19: Arbeitslohn und Versorgungsbezüge für mehrere Kalenderjahre, Entschädigungen

Arbeitslohn, der im Lohnsteuerabzugsverfahren ermäßigt unter Anwendung der "Fünftelregelung"[1] besteuert wurde, ist getrennt vom übrigen Arbeitslohn in die elektronische Lohnsteuerbescheinigung aufzunehmen. Hierbei handelt es sich um

  • Arbeitslohn für eine mehrjährige Tätigkeit (Zeile 10),
  • Versorgungsbezüge für mehrere Kalenderjahre (Zeile 9) sowie
  • Entschädigungen (Zeile 10).

Von einer mehrjährigen Tätigkeit ist auszugehen, soweit sie sich über mindestens 2 Kalenderjahre erstreckt und einen Zeitraum von mehr als 12 Monaten umfasst.[2] Eine begünstigte Besteuerung von Arbeitslohn für eine mehrjährige Tätigkeit kommt danach insbesondere für Jubiläumszuwendungen anlässlich eines Arbeitnehmerjubiläums in Betracht. Versorgungsbezüge werden dagegen eher selten – etwa bei Nachzahlungen für einen Zeitraum von mehr als 12 Monaten – unter Anwendung der Fünftelregelung zu besteuern sein.

 

Praxis-Beispiel

Steuerbegünstigte Versorgungsbezüge für mehrere Kalenderjahre

Ein 68-jähriger Rentner bezieht von seinem früheren Arbeitgeber eine Betriebsrente. Er erhält neben den laufenden Rentenbezügen eine einmalige Nachzahlung, die den Zeitraum von August 2016 bis Februar 2018 betrifft. Sie wird im März 2018 ausgezahlt.

Ergebnis: Nachzahlungen von Arbeitslohn sind als sonstiger Bezug zu erfassen, wenn sich der Gesamtbetrag oder ein Teilbetrag der Nachzahlung auf Lohnzahlungszeiträume bezieht, die in einem anderen Jahr als dem der Zahlung enden.[3] Die Nachzahlung gehört also insgesamt zum steuerpflichtigen Arbeitslohn des Kalenderjahres 2018, da sie in diesem Kalenderjahr zufließt. Der Arbeitgeber kann die Lohnsteuer nach der Fünftelregelung berechnen, da die Nachzahlung einen Zeitraum von 12 Monaten überschreitet und auf mindestens 2 Kalenderjahre entfällt. Der ermäßigt besteuerte Betrag ist getrennt vom übrigen steuerpflichtigen Bruttoarbeitslohn in Zeile 9 zu übermitteln.

Als Entschädigungen sind regelmäßig Abfindungen ermäßigt zu besteuern, die wegen Auflösung des Dienstverhältnisses gezahlt werden.

Arbeitslohn, der in den Zeilen 9 und 10 ausgewiesen wird, darf nicht im steuerpflichtigen Bruttoarbeitslohn in Zeile 3 enthalten sein.

Die Steuerabzugsbeträge (Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer), die auf den ermäßigt besteuerten Arbeitslohn entfallen, dürfen nicht in den Zeilen 4-7 ausgewiesen werden. Sie sind gesondert in die Zeilen 11-14 aufzunehmen.

Entschädigungen und Arbeitslohn für mehrere Kalenderjahre, die nicht unter Anwendung der Fünftelregelung ermäßigt besteuert wurden, können in Zeile 19 an die Finanzverwaltung übermittelt werden. Dieser Arbeitslohn muss daneben im steuerpflichtigen Bruttoarbeitslohn laut Zeile 3 der Lohnsteuerbescheinigung enthalten sein. Die zugehörigen Steuerabzugsbeträge (Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) sind in den Zeilen 4-7 enthalten. Das Finanzamt prüft in diesem Fall im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung, ob die Fünftelregelung zur Anwendung kommt. Versorgungsbezüge für mehrere Kalenderjahre, die vom Arbeitgeber nicht ermäßigt besteuert wurden, können dagegen in den nicht amtlich belegten Zeilen vom Arbeitgeber ausgewiesen werden.[4] Auch diese Beträge sind in Zeile 3 aufzunehmen, die zugehörigen Steuerabzugsbeträge (Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) in die Zeilen 4-7.

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