Umlageverfahren: Bemessungs... / 2 Berechnung der Umlage

Tatsächlich erzieltes laufendes Arbeitsentgelt

Die Umlage ist vom tatsächlich erzielten laufenden Arbeitsentgelt einschließlich der geleisteten Entgeltfortzahlung zu berechnen.

 
Praxis-Beispiel

Berechnung der Umlage

Die Firma Handelcom beschäftigt 5 Arbeitnehmer. 3 Arbeitnehmer sind bei der Krankenkasse Überall, 2 andere Arbeitnehmer bei der KUK Krankenkasse versichert. Alle Arbeitnehmer sind versicherungspflichtig und für alle hat der Arbeitgeber die Umlagebeiträge zur U1 und U2 zu zahlen.

Die maßgeblichen Umlagesätze der Krankenkasse Überall betragen 1,6 % in der U1 und 0,33 % in der U2.

Von der KUK Krankenkasse werden 1,9 % U1 bzw. 0,4 % U2 erhoben.

 
Arbeitnehmer Arbeitsentgelt Krankenkasse
Sochor 2.000 EUR KUK
Schulz 2.200 EUR Krankenkasse Überall
Ahrend 1.500 EUR KUK
Klaschka 1.900 EUR Krankenkasse Überall
Reimann 5.900 EUR Krankenkasse Überall

Die Umlagebeiträge werden wie folgt berechnet:

Krankenkasse Überall:

 
Arbeitnehmer mtl. Arbeitsentgelt   umlagepflichtig
Schulz 2.200 EUR   2.200,00 EUR
Klaschka 1.900 EUR   1.900,00 EUR
Reimann 5.900 EUR   5.900,00 EUR
Gesamt     10.000,00 EUR
U1:   10.000 EUR × 1,6 % = 160,00 EUR
U2:   10.000 EUR × 0,33 % = 33,00 EUR
Insgesamt       193,00 EUR

KUK Krankenkasse:

 
Ahrend 1.500 EUR   1.500,00 EUR

Gesamt

Sochor
2.000 EUR   2.000,00 EUR
      3.500,00 EUR
U1:   3.500 EUR × 1,9 % = 66,50 EUR
U2:   3.500 EUR × 0,4 % = 14,00 EUR
Insgesamt     80,50 EUR

Die entsprechenden Umlagebeträge in Höhe von 193 EUR sind an die Krankenkasse Überall und 80,50 EUR an die KUK Krankenkasse zu zahlen.

Entgelt im Übergangsbereich

Bei Arbeitnehmern im Übergangsbereich gilt als umlagepflichtiges Arbeitsentgelt die nach § 163 Abs. 10 SGB VI ermittelte beitragspflichtige Einnahme. Sofern in diesen Fällen einmalig gezahltes Arbeitsentgelt anfällt, ist in den Monaten, in denen die Einmalzahlung ausgezahlt wird, für die Umlageberechnung die reduzierte beitragspflichtige Einnahme nach § 163 Abs. 10 SGB VI ohne Berücksichtigung des einmalig gezahlten Arbeitsentgelts zu ermitteln. Somit ergeben sich für die Berechnung der Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung einerseits und für die Berechnung der Umlage andererseits unterschiedliche Bemessungsgrundlagen. Insoweit kann die Beitragsberechnung noch zusätzlich erschwert werden, wenn der Arbeitnehmer erklärt, dass in der Rentenversicherung das tatsächliche Arbeitsentgelt und nicht das Entgelt des Übergangsbereichs zur Beitragsberechnung heranzuziehen ist.

Beitragsfreie Zeiten

Für beitragsfreie Zeiten in der Sozialversicherung (z. B. bei Bezug von Kranken-, Mutterschafts- oder Übergangsgeld) wird grundsätzlich keine Umlage erhoben, weil es mangels eines Arbeitsentgelts an einer Bemessungsgrundlage fehlt. Dies gilt auch in den Fällen, in denen Übergangsgeld während einer Rehabilitationsmaßnahme gezahlt wird.

2.1 Vereinfachungsregelung bei variablen Arbeitsentgeltbestandteilen

Bei variablen Entgeltbestandteilen handelt es sich oft um Mehrarbeits- bzw. Überstundenvergütungen oder Provisionen. Arbeitgeber können diese aus unterschiedlichen Gründen nicht in dem Monat abrechnen, in dem der Anspruch entstanden ist. In solchen Fällen kommt es zu einer Ansparung dieser Entgeltbestandteile.

Die Rentenversicherungsträger beanstanden die Ansparung auch bei Betriebsprüfungen nicht. Wenn die angesammelten Arbeitsentgelte noch im selben Kalenderjahr oder spätestens bis 31.3. des Folgejahres tatsächlich ausgezahlt werden, kann für die Nachzahlung eine Vereinfachungsregelung angewandt werden. Hierfür wird die Regelung für Einmalzahlungen unter Zugrundelegung der anteiligen Beitragsbemessungsgrenze des Nachzahlungszeitraums angewendet.

Berücksichtigung bei der Berechnung der Umlagen U1 und U2

Die Nachzahlungen werden in dem Umfang berücksichtigt, in dem auch Beiträge zur Rentenversicherung bemessen werden.

Für die Bemessung der Umlagen aus der Nachzahlung der variablen Arbeitsentgeltbestandteile ist eine von der Rentenversicherung abweichende Bemessungsgrundlage zu bilden. Diese wird gebildet, wenn der beitragspflichtige Anteil der Nachzahlung dadurch gemindert oder auf NULL reduziert ist, weil ein bereits einmalig gezahltes Arbeitsentgelt mit seinem beitragspflichtigen Teil für die Bemessung der Beiträge zu berücksichtigen ist. Folgendes Beispiel verdeutlicht die praxisrelevanten Auswirkungen.

 
Praxis-Beispiel

Verspätete Auszahlung von Überstunden

 
monatliches Arbeitsentgelt 6.600 EUR
Auszahlung Weihnachtsgeld in 11/2020 3.800 EUR
Auszahlung Überstunden des gesamten Kalenderjahres in 12/2020 1.900 EUR

Ergebnis: Das Weihnachtsgeld ist mit einem Betrag in Höhe von 3.300 EUR beitragspflichtig in der Renten- und Arbeitslosenversicherung (BBG RV/ALV 6.900 EUR × 11 = 75.900 EUR; mtl. Arbeitsentgelt 6.600 EUR × 11 = 72.600 EUR; 75.900 EUR ./. 72.600 EUR = 3.300 EUR). Das Weihnachtsgeld in Höhe von 3.300 EUR ist aber für die Ermittlung der Bemessungsgrundlage für die Umlagen im Monat Dezember 2020 nicht heranzuziehen.

Für die Berechnung der Umlagen aus der Überstundenauszahlung ist unter Anwendung der Vereinfachungsregelung von eine...

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