Arnold/Gräfl, TzBfG § 8 Zei... / 9.5 Streitwert
 

Rz. 207

Der Streitwert ist auf den 36-fachen Wert der monatlichen Differenz zwischen Vollzeit- und Teilzeitvergütung nach § 42 Abs. 1 Satz 1 GKG (bis 31.7.2013: § 42 Abs. 2 Satz 1 GKG a. F. [1] bis 31.8.2009: § 42 Abs. 3 Satz 1 GKG a. F.[2]) bzw. § 42 Abs. 2 Satz 2 GKG (bis 31.7.2013: § 42 Abs. 3 Satz 2 GKG a. F. = bis 31.8.2009: § 42 Abs. 4 Satz 2 GKG a. F.) unmittelbar[3] oder analog[4] (bis 30.6.2004: § 12 Abs. 7 Satz 2 ArbGG) festzusetzen. Er ist jedoch unter Anwendung von § 42 Abs. 2 Satz 1 GKG[5] oder entsprechend der Rechtsprechung zu Änderungskündigungsschutzklagen (§ 2 Satz 2 KSchG) auf ein Vierteljahresgehalt[6] oder 2 Monatsgehälter[7] bzw. 1,5 Monatsgehälter[8] zu begrenzen.[9] Das LAG Baden-Württemberg (Beschlüsse v. 1.7.2010, 5 Ta 112/10[10] und 5 Ta 128/10[11]) bewertet den Antrag auf Verringerung der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit und Verteilung auf die einzelnen Arbeitstage gem. § 8 Abs. 4 TzBfG als vermögensrechtliche Streitigkeit nach § 48 Abs. 1 GKG i. V. m. § 3 ZPO. Bei der danach vorzunehmenden Ermessensentscheidung lässt sich das Gericht von dem aktuellen Bruttomonatsverdienst der klagenden Partei leiten, wobei auch die Bewertung mit einem Vielfachen des Monatsverdienstes (3-fach: 5 Ta 112/10 bzw. 2-fach: 5 Ta 128/10) in Betracht kommt. Nach Auffassung des LAG München (Beschluss v. 21.2.2003, 8 Ta 61/02[12]) richtet sich die Streitwertbemessung, da es sich bei dem Arbeitszeitverringerungswunsch um eine nichtvermögensrechtliche Streitigkeit handele, nach § 12 Abs. 2 GKG (seit 1.7.2004: § 48 Abs. 2 GKG).

[2] So z. B. LAG Köln, Beschluss v. 5.4.2005, 3 Ta 61/05, MDR 2005, S. 1438; LAG Nürnberg, Urteil v. 8.12.2008, 4 Ta 148/08, JurBüro 2009, S. 196; LAG Rheinland-Pfalz, Urteil v. 28.4.2008, 1 Ta 60/08, NZA-RR 2009, S. 39 Ls; Sievers, TzBfG, 6. Aufl. 2019, § 8 TzBfG, Rz. 204.
[3] Vgl. früher Kliemt, NZA 2001, S. 63, 68; Straub, NZA 2001, S. 919, 925.
[4] Annuß/Thüsing/Mengel, TzBfG, 3. Aufl. 2012, § 8 TzBfG, Rz. 267; ebenso früher z. B. LAG Berlin, Urteil v. 18.1.2002, 19 Sa 1982/01, Juris; LAG Hessen, Beschluss v. 28.11.2001, 15 Sa 361/01, NZA 2002, S. 404; LAG Nürnberg, Beschluss v. 12.9.2003, 9 Ta 127/03, NZA-RR 2004, S. 103, 104.
[7] So z. B. LAG Berlin, Beschluss v. 24.11.2000, 7 Ta 6057/00 (Kost), MDR 2001, S. 636, 637; LAG Düsseldorf, Beschluss v. 18.7.2006, 6 Ta 387/06, n. v.; vgl. auch LAG Düsseldorf, Beschluss v. 9.2.2009, 6 Ta 53/09, Juris.
[9] Vgl. auch Streitwertkatalog für die Arbeitsgerichtsbarkeit vom 9.7.2014, unter I. Nr. 8 i. V. m. Nr. 4.2, abgedruckt in NZA 2014, 745 ff. – jetzt überarbeitete Fassung v. 9.2.2018, ebenda, abgedruckt in NZA 2018, S. 498 ff.-; hierzu Sievers, TzBfG, 6. Aufl. 2019, § 8 TzBfG, Rz. 207, 208.
[10] Juris.
[11] NZA-RR 2011, S. 43 f.
[12] NZA-RR 2003, S. 382, 383.

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