Rz. 8
Nach Abs. 1 Satz 1 darf eine selbständige ärztliche oder zahnärztliche Behandlung, die gegenüber gesetzlich Versicherten zulasten der Krankenkassen erfolgt, nur von Ärzten oder Zahnärzten erbracht werden (BSG, Urteil v. 26.4.2022, B 1 KR 26/21 R; BSG Urteil v. 12.5.1993, 6 RKa 21/91). Arzt bzw. Zahnarzt ist, wer eine Ausbildung nach den Vorschriften des entsprechenden Berufsrechts absolviert und die Approbation erhalten hat (Bundesärzteordnung – BÄO – bzw. Gesetz über die Ausübung der Zahnheilkunde i. V. m. der Approbationsordnung für Ärzte bzw. Zahnärzte, vgl. BSG, Urteil v. 26.4.2022, B 1 KR 26/21). Arzt in diesem Sinne ist darüber hinaus, wer zwar über keine Approbation nach den o. g. Vorschriften verfügt (d. h. vor allem ausländische Ärzte), dem jedoch aufgrund einer Sonderregelung eine Ausübung der ärztlichen oder zahnärztlichen Tätigkeit in der Bundesrepublik Deutschland erlaubt ist. Allerdings kann eine Krankenbehandlung zulasten der Krankenkasse grundsätzlich nur durch Vertragsärzte bzw. Vertragszahnärzte (§§ 72 ff., § 95) erfolgen; andere Ärzte können gemäß § 76 Abs. 1 Satz 2 nur in Notfällen in Anspruch genommen werden.
Rz. 9
Andere zur Ausübung von Heilkunde berechtigte Personen (z. B. Heilpraktiker, Podologen, Elektrologisten, Kosmetiker) sind aufgrund des Arztvorbehalts von der ärztlichen Behandlung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung ausgeschlossen (BSG, Urteil v. 17.12.2020, B 1 KR 19/20 R; BSG, Urteil v. 18.12.2018, B 1 KR 34/17 R), was nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und des Bundessozialgerichts verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden ist (BSG, Urteil v. 17.12.2020, B 1 KR 19/20 R; BSG, Urteil v. 13.12.2016, B 1 KR 4/16 R; BSG, Urteil v. 12.5.1993, 6 RKa 21/91; BVerfG, Beschluss v. 9.12.1982, 1 BvR 1119/82; BVerfG,...