Ewald Dötsch, Alexandra Pung
Tz. 615
Stand: EL 114 – ET: 06/2024
Nach § 14 Abs 1 S 1 Nr 3 S 2 KStG ist eine vorzeitige Beendigung des GAV durch Kündigung stlich unschädlich, wenn ein wichtiger Grund die Kündigung rechtfertigt. Die stlich wichtigen Kündigungsgründe sind in R 14.5 Abs 6 KStR 2022 bzw im UmwSt-Erl 2011 (s UmwSt-Erl 2011 Rn Org 12 und 26) definiert.
Der BFH (s Urt des BFH v 13.11.2013, BStBl II 2014, 486 Urt-Begr II 3a und Beschl v 27.11.2013, BStBl II 2014, 651 Urt-Begr A III 3.b, bb, nachfolgend s Beschl des BVerfG v 14.12.2022, BGBl I 2023 Nr 93 und DStR 2023, 683) hat klargestellt, dass der wichtige Grund iSd § 14 Abs 1 S 1 Nr 3 S 2 KStG normspezifisch zu verstehen ist und dass der stlich wichtige Grund von dem zivilrechtlich wichtigen Grund abweichen kann.
Hinsichtlich der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stimmen der zivilrechtlich und der stlich wichtige Grund überein (dazu s Tz 612, 650 ff). Nach Auff des BFH (s Urt des BFH v 02.11.2022, BStBl II 2023, 405) führt die Eröffnung des Insolvenzverfahrens bei einer noch nicht fünf Jahre andauernden Organschaft zur Beendigung der Organschaft und zur rückwirkenden Nichtanerkennung der Organschaft, wenn nur ein vorläufiger Jahresabschluss vorliegt, der nicht mehr korrigiert werden kann. Diese Nichtdurchführung kann nach Auff des BFH auch nicht durch § 14 Abs 1 S 1 Nr 3 S 2 KStG "geheilt" werden, da dieser nur die Mindestlaufzeit des GAV, nicht hingegen die tats Durchführung betrifft (dazu auch s Tz 548). Ebenfalls hierzu s Schimmele (GmbH-StB 2023, 95).
Tz. 616
Stand: EL 114 – ET: 06/2024
Lange (GmbHR 2011, 806) weist zutr darauf hin, dass der Wortlaut des § 14 Abs 1 S 1 Nr 3 KStG den wichtigen Grund nur im Zusammenhang mit der Kündigung des GAV erwähnt, während R 14.5 Abs 6 KStR 2022 und die hM die vorzeitige Beendigung eines GAV durch e...