Tz. 130
Stand: EL 104 – ET: 12/2021
§ 50a EStG erweitert das St-Abzugsverfahren bei beschr StPflicht. Die Vorschrift dient der Sicherstellung des St-Anspruchs bei bestimmten inl Eink iSd § 49 Abs 1 EStG. Der St-Abzug ist nicht selten die einzige Möglichkeit, einen objektiv bestehenden St-Anspruch durchzusetzen. Der BFH hält daher den Quellen-St-Abzug als solchen für verfassungsrechtlich unbedenklich (s Urt des BFH v 02.02.1994, BFH/NV 1994, 864). Zu EU-Recht s Tz 125. Der St-Abzug setzt grundlegend voraus, dass der Vergütungsempfänger mit der Vergütung Eink iSd § 49 EStG erzielt (BFH-Urt v 07.11.2001, BStBl II 2002, 861) und mithin auch, dass bei diesem Gewinnerzielungsabsicht gegeben ist (s Tz 15).
2.6.1.2.1 Betroffene inländische Einkünfte und Bemessung des Steuerabzugs
Tz. 131
Stand: EL 104 – ET: 12/2021
Da als Mitglied eines Aufsichtsrats nur natürliche Pers in Betracht kommen, scheidet die Anwendung der § 50a Abs 1 Nr 4 (bis 2008 Abs 1–3) EStG für Kö, Pers-Vereinigungen und Vermögensmassen von vornherein aus. Für beschr stpfl KSt-Subjekte iSd § 2 Nr 1 KStG ist daher ein St-Abzug nur bei den in § 50a Abs 1 Nr 1–3 (bis 2008: Abs 4 S 1 Nr 1 oder 3) EStG (zu § 50a Abs 4 S 1 Nr 2 EStG idF bis 2008 s Tz 133) bezeichneten Tatbeständen vorzunehmen. Die Höhe des St-Abzuges betrug bis zum VZ 2002 25 %, danach 20 % und ab VZ 2008 speziell bei Kö als Vergütungsgläubiger nur noch 15 % der Einnahmen, § 50a Abs 2 S 1 (bis 2008 Abs 4 S 4) EStG. Zur BMG s Tz 135.
Tz. 132
Stand: EL 104 – ET: 12/2021
Die Tatbestände des § 50a Abs 1 EStG sind bzw waren folgende (s auch BMF BStBl I 2010, 1350ff; s Köhler/Goebel/Schmidt, DStR 2010, 8; Decker/Looser, IStR 2010, 8):
- Nr 1 gilt bei Eink, die durch künstlerische, sportliche, artistische, unterhaltende (dies ab 2009, s Tz 46) oder ähnliche Darbietungen im Inl erzielt werden (St-Tatbestand des § 49 Abs 1 Nr 2 Buchst d EStG; s...