Ewald Dötsch
, Alexandra Pung
Tz. 146
Stand: EL 110 – ET: 06/2023
Die Fin-Verw lehnt eine deckungsgleiche Übertragung der für die §§ 15 und 18 EStG geltenden Grundsätze zur Gewerblichkeit auf die Organschaft ab, weil iE § 14 KStG einen gegenläufigen Ansatz hat. Nach Verw-Auff (s Schr des BMF v 10.11.2005, BStBl I 2005, 1038 Rn 17) reicht eine geringfügige gew Tätigkeit einer PersGes nicht aus, um die OT-Eignung zu bejahen. Danach kann die in § 14 Abs 1 S 1 Nr 2 KStG geforderte (originäre) gew Tätigkeit iSd § 15 Abs 1 S 1 Nr 1 EStG für die OT-Eignung einer PersGes nicht durch eine Infektion iSd § 15 Abs 3 Nr 1 EStG erreicht werden, sondern es ist auf das Gesamtbild der Verhältnisse abzustellen. Die Fin-Verw lehnt es ab, die BFH-Rspr (s Urt des BFH v 27.08.2014, BStBl II 2015, 1002 und BStBl II 2015, 999), in der Bagatellgrenzen für die Nichtanwendung der Abfärberegelung in § 15 Abs 3 Nr 1 EStG festgelegt worden sind, bei der Organschaft anzuwenden. Nach dieser Rspr können beim Vorliegen unterschiedlicher Eink diese nicht insges in gew Eink umqualifiziert werden, wenn die Nettoumsatzerlöse aus gew Tätigkeit 3 % der gesamten Nettoumsatzerlöse und den Betrag von 24 500 EUR im VZ nicht übersteigen. Dazu auch s Vfg der OFD Ffm v 29.06.2015 (GmbH-StB 2015, 319 mit Anm Weiss).
Die hM in der Fachlit (s Förster, DB 2003, 899, 903; s Rödder/Schumacher, DStR 2003, 805, 808; s Dötsch/Pung, DB 2003, 1970, 1971; s Füger, BB 2003, 1755, 1758; s Fatouros, DStZ 2003, 179; s IDW, FN-IDW 2005, 330, 331; s Rautenstrauch/Adrian, DB 2005, 1018, 1020 und s Frotscher, DK 2009, 426), lehnt die Verw-Auff ab, weil der Ges-Wortlaut die Einschränkung "geringfügig" nicht hergibt. Rödder/Liekenbrock (in R/H/N, § 14 KStG Rn 777 ff) empfehlen als Absicherung, bei bisher "abgefärbten" OT-PersGes die gew Tätigkeiten möglichst isoliert i...