Kritik an traditionellen Steuerungsgrößen
Zu den wichtigsten Ursachen für die Entwicklung der wertorientierten Steuerungskennzahlen zählt die Kritik an den in der Vergangenheit und auch gegenwärtig genutzten und mit unterschiedlichen Mängeln behafteten Steuerungsgrößen, insbesondere den Rentabilitätskennziffern. Aus der Vielzahl an existierenden Kennzahlen und Messgrößen werden im Folgenden der Gewinn, der Return on Investment (ROI) und der Return on Equity (RoE) näher erläutert.
2.1 Gewinn
Informationsverzerrung durch Rechnungslegungsvorschriften
Der Gewinn als Maßstab für die Unternehmenssteuerung und die Performance-Messung kann aus mehreren Gründen abgelehnt werden. So kann durch die Wahl des Bewertungsverfahrens aufgrund unterschiedlicher Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften die Höhe des Gewinns bei unverändertem Cashflow beeinflusst werden. Dies führt jedoch dann nicht zu Problemen, solange ein Vergleich zwischen Geschäftseinheiten innerhalb eines Unternehmens durchgeführt wird, die einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsregeln anwenden. Ein Vergleich zwischen Unternehmen oder eigenständig bilanzierenden Tochterunternehmen kann allerdings mit einer verzerrten Darstellung der Ertragslage einhergehen, die nur durch die Vornahme von Bereinigungen vermieden werden kann.
Eine ausschließliche Ausrichtung der Unternehmenssteuerung auf eine Gewinnsteigerung geht darüber hinaus noch mit weiteren Schwierigkeiten einher. Insbesondere die Vernachlässigung der Renditeerwartung der Eigentümer, verbunden mit der möglichen Konsequenz, dass eine Investition zwar zu einer Gewinnsteigerung führen kann, diese jedoch eine Rendite unterhalb der Kapitalkosten aufweist, führt zu einer Wertvernichtung aus der Sicht des Eigentümers. Risiken, die im Zusammenhang mit bestimmten wertorientiert...