Zusammenfassung
Die mitlaufende Kalkulation, auch projektbegleitende, Synchron- oder Zwischenkalkulation, wird vor allen Dingen bei größeren Projekten oder länger laufenden Aufträgen angewendet. Sie hat u. a. die Aufgabe, parallel zur Realisierung des Auftrages die Einhaltung der in der Angebotskalkulation getätigten Annahmen zu Preisen, Kosten, Arbeitspaketen und Terminen zu überprüfen, Abweichungen transparent zu machen, Möglichkeiten zur Steuerung zu identifizieren und die Planungsgrundlagen für künftige Projekte zu verbessern.
Grundsätzlich unterscheidet sich die mitlaufende Kalkulation nicht von anderen Formen der Kalkulation, etwa der Angebots- oder klassischen Nachkalkulation. Ausgangsbasis für die mitlaufende Kalkulation ist in der Regel die zuvor erstellte Angebotskalkulation.
1 Welche Ziele, Aufgaben und Einsatzfelder verfolgt die mitlaufende Kalkulation?
Die Kalkulation als solche hat mehrere Aufgaben: Im Rahmen der Angebots- oder Vorkalkulation dient sie zunächst allgemein der Ermittlung von Angebotspreisen. Bei gegebenen Marktpreisen kann mit Hilfe der Kalkulation festgestellt werden, ob sich die Annahme eines Auftrags lohnt. Entscheidungskriterium sind die variablen Kosten, die in keinem Fall unterschritten werden dürfen (Preisuntergrenze).
Nach Abwicklung eines Auftrags kann im Rahmen einer Nachkalkulation festgestellt werden, ob die Angebotskalkulation bzw. die Preisberechnungen richtig gewesen sind. Bei kleinen Aufträgen oder bei der Preisfindung von Standard- bzw. Massenwaren ist dieses Verfahren fast immer ausreichend.
Bei länger laufenden Projekten, Großaufträgen, Entwicklungsprojekten oder bei neuartigen Vorhaben, mit denen noch keine Erfahrungen vorliegen, genügt eine Nachkalkulation erst nach erfolgter Abwicklung nicht. Denn während der Realisierung entstehen fast immer Abweichungen, auf die von Seiten der Projektleitung oder anderer Ents...