Thomas Richter
, Thomas Richter
Rn. 24
Stand: EL 40 – ET: 09/2023
Als weitere Informationspflicht, die nur auf Verlangen des Treugebers erfolgen muss, zählt die Rechenschaftspflicht. Die Rechenschaftslegung "geht inhaltlich über die Erteilung einer Auskunft hinaus und enthält neben der auch mit der Auskunft verbundenen Unterrichtung die weitergehende genauere Information" (BGH, Urteil vom 29.01.1985, X ZR 54/83, BB 1985, S. 958). Das bedeutet, dass der Treugeber keinen Anspruch darauf hat, neben der Rechenschaftslegung zusätzliche Auskünfte über den gleichen Gegenstand zu erhalten. Eine Pflicht zur Rechenschaftslegung besteht bei Beendigung des Treuhandverhältnisses (vgl. RG, Urteil vom 28.10.1903, Rep. V 180/03, RGZ 56, S. 116f.). Die "Pflicht zur periodischen Rechenschaftslegung kann sich bei bestimmten Dauerverwaltungen sogar ohne besondere Abrede aus der Natur der Sache ergeben" (BGH, Urteil vom 16.05.1984, IVa ZR 106/82, MDR 1985, S. 31f.). Hat der Treuhänder erkannt, dass seine Rechenschaftslegung unrichtig war, so kann ihm nicht verwehrt werden, die berichtigte Rechenschaftslegung als maßgeblich zu erklären. Das folgt v.a. aus der Pflicht des Treuhänders, u. U. an Eides Statt die Vollständigkeit der Rechenschaftslegung zu versichern (vgl. BGH, Urteil vom 16.09.1982, X ZR 54/81, DB 1982, S. 2393). Hat der Treugeber jahrelang auf seinen Anspruch auf Rechenschaftslegung verzichtet, so kann er eine Nachholung nur verlangen, wenn begründeter Zweifel an der auftragsgemäßen Abwicklung der Treuhandschaft besteht (vgl. BGH, Urteil vom 31.01.1963, VII ZR 284/61, DB 1963, S. 482f.; Ähnliches gilt auch für das Auskunftsrecht; vgl. BGH, Urteil vom 22.01.1964, Ib ZR 199/62, BB 1964, S. 410).
Rn. 25
Stand: EL 40 – ET: 09/2023
Tätigt der Treuhänder im Rahmen seines Auftrags Einnahmen und Ausgaben, so muss er zur ...