Dipl.-Inform. Jörg Schiemann
Als Teil der Gefährdungsbeurteilung kommt die Risikobewertung von Arbeitsplätzen besondere Bedeutung zu. Die Bewertung von Risiken erfolgt durch Schätzung der potenziellen Schadenshöhe bei Eintritt und der Eintrittswahrscheinlichkeit des jeweiligen Risikos. Hierauf werden dann passende Gegenmaßnahmen zur Beseitigung oder zumindest Reduzierung der Risiken formuliert und ergriffen.
Einer der wesentlichen Vorteile von künstlicher Intelligenz, beziehungsweise Large Language Models (LLM), ist die Möglichkeit, große Datenmengen und Texte zu verarbeiten und zusammengefasst in kurzer Form auszugeben.
Das kann auch bei der Risikobewertung von Arbeitsplätzen, also bei der Identifizierung von Risikofaktoren für gesundheitliche Probleme, ungemein helfen. Nimmt man als Datengrundlage Texte wie zum Beispiel Unfallberichte und Betrieb- / Sicherheitsprotokolle aus dem eigenen Unternehmen sowie idealerweise auch von ähnlichen Unternehmen, z. B. aus der gleichen Branche, so kann die KI eine Liste der enthaltenen Risiken extrahieren und diese dann nach der Häufigkeit beziehungsweise Wahrscheinlichkeit bewertet wieder ausgeben.
Ein Vorteil bei dieser Vorgehensweise ist, dass insbesondere auch von den subjektiven Erfahrungen der Experten für Risikobewertung im eigenen Unternehmen abstrahiert wird und die KI so potenziell auf Risiken aufmerksam machen kann, die man für das eigene Unternehmen noch nicht betrachtet oder identifiziert hat. Dabei kann die KI zunächst Auffälligkeiten, Korrelationen und Muster erkennen, die für das menschliche Auge zu subtil sind und Mitarbeitenden nicht auffallen. Darauf aufbauend können potenzielle Gefahren und neue Risiken identifiziert und darauf hingewiesen werden.
Im nächsten Schritt kann die KI dann beispielsweise direkt nach passenden Vorsichts- oder Gegenmaßn...