Heilpraktiker

Zusammenfassung

 
Begriff

Wer Heilkunde berufs- oder gewerbsmäßig ausübt, ohne als Arzt oder Psychologischer Psychotherapeuth approbiert zu sein, gilt als Heilpraktiker. Die von den gesetzlichen Krankenkassen zu erbringenden Leistungen darf grundsätzlich nur von Ärzten/Zahnärzten durchgeführt werden. Andere zur Ausübung der Heilkunde berechtigte Personen (z. B. Heilpraktiker) sind aber nicht berechtigt, ärztliche oder zahnärztliche Behandlung zu erbringen oder Arznei-, Heil- und Hilfsmittel zulasten der Krankenkassen zu verordnen. Ausnahmen sind in der Anlage 24 zum BMV-Ä (Delegation ärztlicher Leistungen an nichtärztliches Personal) aufgeführt. Anders als ärztliche Behandlungen werden die Kosten für eine Behandlung beim Heilpraktiker nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Kosten müssen daher vom Patienten selbst bezahlt werden.

 
Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Sozialversicherung: § 28 SGB V beschreibt die ärztliche/zahnärztliche Behandlung durch einen Arzt/Zahnarzt. Neben dem Heilpraktikergesetz regelt die Berufsordnung für Heilpraktiker (BOH) die Pflichten eines Heilpraktikers und den Umgang mit seinen Patienten.

1 Vergütung

Die Vergütung der Heilpraktikerleistung ist grundsätzlich der freien Vereinbarung zwischen Heilpraktiker und Patient überlassen. Wurde vor der Behandlung nicht über eine Vergütung gesprochen, so ist die übliche Vergütung als vereinbart anzusehen. Die übliche Gebühr ergibt sich aus dem Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH), einer Zusammenstellung der durchschnittlichen Gebühren, festgestellt durch eine bundesweite Umfrage unter allen niedergelassenen Heilpraktikern. Zur Vermeidung von Unstimmigkeiten im Zusammenhang mit einer Rechnung eines Heilpraktikers empfiehlt sich, bereits vor Beginn der Behandlung mit dem Heilpraktiker die Höhe der Kosten zu vereinbaren und/oder sich von dem Heilpraktiker schriftlich bestätigen zu lassen, dass er nach dem GebüH abrechnet.

2 Kostenübernahme

Behandlungskosten für Heilpraktiker können von den gesetzlichen Krankenkassen mangels Rechtsgrundlage nicht übernommen werden.[1] Allerdings sehen einige Krankenkassensatzungen im Rahmen der Mehrleistungen nach § 11 Abs. 6 SGB V die Übernahme homöopathischer Leistungen durch Heilpraktiker mit entsprechender Zusatzqualifikation vor.

 
Praxis-Tipp

Private Zusatzversicherung

Für gesetzliche Krankenversicherte, die Heilpraktikerbehandlung in Anspruch nehmen wollen, bietet sich der Abschluss einer privaten Zusatzversicherung an. Informationen darüber können oft bei den gesetzlichen Krankenkassen eingeholt werden.

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