Sachbezüge

Zum Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung gehören neben dem Entgelt in Form von Geldleistungen (Lohn oder Gehalt) auch Sachbezüge wie z. B. freie Unterkunft, freie Verpflegung und andere Waren- und Dienstleistungen. Die in der Entgeltabrechnung dafür anzusetzenden Werte werden durch eine Rechtsverordnung festgelegt. Die Sachbezugswerte sind bei der Berechnung der Beiträge und Leistungen der Sozialversicherung zu berücksichtigen.

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Lohnsteuer: Rechtsgrundlage für die lohnsteuerliche Erfassung von Sachbezügen als Arbeitslohn ist § 8 Abs. 1 EStG. Die Bewertungsregeln einschließlich der möglichen Steuerbefreiung (Rabattfreibetrag von 1.080 EUR) sind für Belegschaftsrabatte in § 8 Abs. 3 EStG festgelegt. Liegen die gesetzlichen Voraussetzungen für den Rabattfreibetrag nicht vor, ist die 44-EUR-Freigrenze des § 8 Abs. 2 EStG (kleiner Rabattfreibetrag) zu prüfen, s. R 8.1 Abs. 3 LStR. R 8.2 LStR enthält Anweisungen zum "großen Rabattfreibetrag". Ergänzende Regelungen enthält das BMF-Schreiben v. 16.5.2013, IV C 5 - S 2334/07/0011, BStBl 2013 I S. 729, sowie zur Rabattgewährung durch Dritte das BMF-Schreiben v. 20.1.2015, IV C 5 - S 2360/12/10002, BStBl 2015 I S. 143. Ein besonderes Bewertungsverfahren hat die Finanzverwaltung für geldwerte Vorteile aus Arbeitgeberdarlehen festgelegt, s. BMF-Schreiben v. 19.5.2015, IV C 5 - S 2334/07/0009, BStBl 2015 I S. 484. Im Übrigen gelten die für bestimmte Sachbezüge festgelegten amtlichen Sachbezugswerte der Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) auch für das Steuerrecht (§ 8 Abs. 2 Satz 6 EStG).

Sozialversicherung: Die Eigenschaft von Sachbezügen als Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung ergibt sich aus § 14 SGB IV. Der Wert der Sachbezüge an sich wird von der Bundesregierung nach dem tatsächlichen Verkehrswert im Voraus für jedes Kalenderjahr festgesetzt (§ 17 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 SGB IV) und in der Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) dokumentiert. Die SvEV gilt gleichermaßen für die gesetzliche Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie für die Unfallversicherung.

Kurzübersicht

  • Entgelt • LSt • SV
  • Arbeitslohn, der nicht in Geld besteht *44-EUR-Freigrenze und 1.080-EUR-Freibetrag • pflichtig* • pflichtig*
  • Nach § 37b EStG pauschalbesteuerte Sachzuwendungen *Arbeitnehmer **Dritte • pflichtig • pflichtig* frei**
  • Pauschalbesteuerte Sachzuwendungen an Dritte • pflichtig • frei

Arbeitsrecht

1 Vereinbarung

Nach allgemeinem Sprachgebrauch sind Sachbezüge "Entgelte, die nicht in Bargeld sondern in Form von Naturalien bestehen". Im Arbeitsrecht werden die Sachbezüge daher auch Naturallohn genannt. Dazu gehören nicht nur Waren, sondern auch die Gewährung von Kost und Logis.

Sofern der Arbeitgeber einen Teil der Arbeitsvergütung als Sachbezug in Form von Waren (Rabatte usw.) gewährt, muss dies zwischen den Arbeitsvertragsparteien vereinbart werden und im Interesse des Arbeitnehmers liegen. Andernfalls gilt § 107 GewO, wonach es unzulässig ist, dass der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer Waren gegen Ratenzahlung verkauft und die Raten vom Arbeitslohn abzieht.

Dagegen gehören hierher nicht die vom Arbeitgeber gewährte Teilnahme an betrieblichen Sozialeinrichtungen, ferner nicht Sachbezüge, soweit der Arbeitnehmer dafür den wahren Gegenwert zu bezahlen hat. Die Unterscheidung ist wichtig in den Fällen, in denen die Höhe des Lohns arbeitsrechtlich von Bedeutung ist, namentlich bei der Lohn- und Gehaltspfändung.

2 Fälligkeit

Während das Arbeitsentgelt in aller Regel am Ende des Monats zur Zahlung fällig ist, kann für Sachbezüge (Naturalleistungen) etwas anderes gelten. Diese Vergütungsbestandteile sind bei Fehlen einer vertraglichen Regelung je nach den Umständen des Einzelfalls zu entrichten. Handelt es sich beispielsweise um die Sachbezüge "Unterkunft" und "Verpflegung", so wird der Fälligkeitszeitpunkt naturgemäß zu Beginn des Monats bzw. zu Beginn der Woche o. Ä. liegen.

Lohnsteuer

1 Arbeitslohn in Form von Dienstleistungen und Waren

Sachbezüge sind Zuwendungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer, die nicht in Geld, sondern in Geldeswert bestehen und im Rahmen des Dienstverhältnisses zufließen. In Abgrenzung zum Barlohn bezeichnet man diese Form des Arbeitslohnes auch als geldwerten Vorteil oder Sachlohn. Hierunter fällt insbesondere der Bezug von freier

  • Kleidung,
  • Wohnung,
  • Kost und Logis oder
  • Überlassung von Dienstfahrzeugen.

Für die Besteuerung von geldwerten Vorteilen gelten die allgemeinen Grundsätze, wie sie bei Einbehaltung und Abführung der Lohnsteuer von Barlohnzahlungen zu beachten sind. Insbesondere sind die gesetzlichen Steuerbefreiungsvorschriften auch auf Sachbezüge anwendbar. Die Besonderheiten bei den Sachbezügen liegen in der zutreffenden Ermittlung des Wertansatzes, mit dem die Vorteilsgewährung dem Lohnsteuerabzug zugrunde zu legen ist. Außerdem ist der Lohnsteuerabzug bei Sachbezügen durch Dritte gesetzlich vorgeschrieben.

2 Bewertungsmethoden

Sachbezüge und andere geldwerte Vorteile, die einem Arbeitnehmer...

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