Wertschätzung / 2 Selbstwertschätzung als Basis

2.1 Selbstwertschätzung als Teil einer gesunden Psyche

Eine gesunde Psyche beinhaltet ein robustes Selbstwertgefühl. Ein Mensch, der sich selbst schätzt, wird auch im Kontakt mit anderen selbstbewusst auftreten und für seine Rechte eintreten. Er kann Kritik an seiner Leistung akzeptieren, ohne sich gleich als Person infrage gestellt zu sehen. Das Selbstwertgefühl wird zwar in der frühen Kindheit geprägt, es lässt sich aber in späteren Lebensjahren noch fördern und entwickeln.

 
Wichtig

Ohne Selbstwertschätzung keine Wertschätzung anderer

Selbstwertschätzung ist die Basis, um anderen Menschen wertschätzend begegnen zu können.

Ohne Selbstwertschätzung ist es schwierig, anderen Menschen mit Wertschätzung zu begegnen. Dementsprechend ist die Ursache für arrogantes oder aggressives Verhalten häufig in mangelnder Selbstwertschätzung zu finden. Menschen mit geringer Selbstachtung müssen andere abwerten, um selber größer dazustehen. Ein erster Schritt für mehr Wertschätzung im Betrieb besteht daher in einer Stärkung des Selbstwertgefühls der handelnden Akteure und Kulturträger. Die Zusammenarbeit wird dadurch erleichtert.

 
Achtung

Überheblichkeit ist nicht Ausdruck eines starken Selbstwertgefühls

Menschen, die auf andere herabblicken, haben dies i. d. R. nötig, um sich selbst aufzuwerten. Menschen mit einem starken Selbstwertgefühl haben es nicht nötig, andere kleinzumachen.

2.2 (Selbst-)Wertschätzung in Konfliktsituationen

Insbesondere in Konfliktsituationen ist es schwierig, den Gesprächspartner weiterhin wertzuschätzen, wenn man sich selbst angegriffen fühlt. Ein stabiles Selbstwertgefühl ist daher wichtig, um in Konfliktsituationen einen kühlen Kopf zu bewahren und nicht seinerseits aggressiv und abwertend zu reagieren. Die Kränkungsanfälligkeit wird durch ein starkes Selbstwertgefühl reduziert.

Ähnliches gilt für Kritikgespräche. Diese eskalieren immer dann, wenn der Mitarbeiter sich durch die Äußerungen der Führungskraft als Person abgewertet sieht. Dann möchte er sich als Person verteidigen und greift zu aggressiven Mitteln – während die Führungskraft glaubt, sie hätte lediglich Kritik an der Leistung, nicht aber an der Person geübt. Die Gefahr ist groß, dass die Führungskraft den Mitarbeiter daraufhin als rebellisch erlebt – während dieser nur sein Selbstwertgefühl verteidigen will, das er angegriffen sieht.

Zur Vermeidung von Eskalationen in Kritik- oder Konfliktgesprächen ist es daher sinnvoll, präventiv das Selbstwertgefühl zu stärken. Dafür sind alle Tätigkeiten geeignet, bei denen man sich als kraftvoll und aktiv agierend erlebt (Sport, Hobbys, Vereinsarbeit etc.).

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