Generationenmanagement im BGM

Zusammenfassung

 
Überblick

Deutschland ist, wie kein anderes Land in Europa, von den Auswirkungen des demografischen Wandels betroffen. Wir altern und werden weniger. Der demografische Wandel führt neben der Veränderung der Altersstruktur auch zu neuen Ansprüchen und Vorstellungen der Beschäftigten im Arbeitsleben und bereits in einigen Branchen zu einer Fachkräftelücke im Arbeitsmarkt. Hinzu kommen neue Arbeitsformen aufgrund der als 4.0 titulierten Arbeitswelt mit ihrer zunehmenden Digitalisierung, Vernetzung und Flexibilisierung. Die zunehmende Präsenz der als digital Natives bezeichneten Generationen Y und Z, der Fachkräftemangel, die neuen Arbeitsformen der Arbeitswelt 4.0 und die veränderten Wertvorstellungen stellen Herausforderungen an die Betriebe und Arbeitsmarktpolitik. Zur Steuerung der daraus resultierenden personalwirtschaftlichen Risiken verstärken immer mehr Unternehmen ihre Bemühungen durch den Aufbau eines BGM. Der Beitrag veranschaulicht, welche Generationen sich in einem Unternehmen befinden, welche Erwartung diese an ein BGM haben und wie ein Generationenmanagement gelingen kann.

1 Ziele und Zielgruppen im BGM

Rechtliche, wirtschaftliche, demografische, strukturelle und soziale Aspekte können aus Unternehmenssicht Handlungsansätze für ein BGM sein. Leitgedanken eines BGM sind oft die Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen für den Arbeits- und Gesundheitsschutz, die Optimierung von Kennzahlen (z. B. Krankenstandssenkung) zur Sicherung der Produktivität oder der Erhalt der Arbeitsfähigkeit. Zunehmend spielt auch die Arbeitgeberattraktivität eine Rolle, da durch ein BGM gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen geschaffen werden und eine entsprechende Unternehmenskultur entsteht.

Wird nun in einem Unternehmen ein daraus resultierender Bedarf für die Einführung eines BGM erkannt und zu diesem Thema ein Projekt initiiert, so gilt es, im Idealfall messbare Ziele und die möglichen Zielgruppen zu definieren. Entsprechend einem Managementprozess werden noch nicht bekannte Ursachen für die Ausgangssituation (z. B. zu hohe Krankenstände) analysiert und im Anschluss zum Erreichen der Zielsetzung geeignete Maßnahmen definiert, durchgeführt und final evaluiert. Die gewonnenen Erkenntnisse der Bewertung ermöglichen die Gestaltung weiterer bzw. Optimierung vorhandener Maßnahmen; zudem müssen auch entsprechende Strukturen zur Verankerung des BGM im Unternehmen vorangetrieben werden. Das ist die klassische Vorgehensweise bzw. der Einstieg in ein BGM.

Als Erfolgsfaktoren für ein BGM gelten bisher eine prozessorientierte Vorgehensweise, die Berücksichtigung von verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen, der Einbezug der Führungskräfte, die Schaffung von Möglichkeiten zur Partizipation der Mitarbeiter bei der Problemanalyse und Maßnahmengestaltung sowie eine transparente und gute Kommunikation.

Daneben tritt als Erfolgsfaktor zunehmend auch die Kenntnis zu den Bedürfnissen der Zielgruppen. Bislang wurden Zielgruppen auf Basis der Ausgangssituation definiert:

  • Welche Abteilung ist betroffen bzw. in welcher werden Maßnahmen durchgeführt?
  • Welches Ziel verfolgen wir mit den Maßnahmen?

Je nach Maßnahme erfolgt noch die Prüfung, ob geschlechtsspezifische Aspekte beachtet werden müssen.

Eine Berücksichtigung von Lebensphasen bei Maßnahmen im BGM erscheint sinnvoll, wenn man davon ausgeht, dass sich Gesundheitsindikatoren, die Sichtweise auf die berufliche Tätigkeit, aber auch die Vorstellungen und Werte in Bezug auf das Leben mit zunehmenden Alter ändern. Auch wenn sie nicht als spezifische Zielgruppe definiert sind, sollten daher die Bedürfnisse der unterschiedlichen Altersgruppen und Generationen innerhalb eines BGM Berücksichtigung finden.

2 Generationen

Unter einer Generation wird zum einen eine Personengruppe verstanden, die einer Geburten-/Alterskohorte zuzuordnen ist. Dies können Personen des gleichen Jahrgangs oder einer Bandbreite von Jahrgängen sein. Die Unterscheidung zur nächsten Generation erfolgt durch einen Altersabstand. So lassen sich Generationen in einer Familie hinsichtlich Großeltern, Eltern und Kinder unterscheiden.

Zum anderen wird unter einer Generation auch eine Alterskohorte verstanden, die aufgrund einer gemeinsamen Prägung durch eine spezifische historische oder kulturelle Konstellation eine zeitbezogene Ähnlichkeit aufweist. Die nachfolgenden Darstellungen zu Generationsdifferenzierungen erfolgen auf Basis des zuletzt genannten Verständnisses, wobei diesen Generationen auch Jahrgänge zugeordnet werden.

In den Unternehmen befinden sich derzeit folgende 4 Generationen:

  1. Babyboomer,
  2. Generation X,
  3. Generation Y,
  4. Generation Z.

Diese 4 Generationen weisen die in Tab. 1 aufgelisteten Merkmale auf.

 
  Babyboomer ab 1950 Generation X ab 1965 Generation Y ab 1980 Generation Z ab 1995
Alternative Namen Generation Jones Generation Me Millenials Homeland
Präsidenten/Kanzler Kennedy/Brandt Reagan/Schmidt Clinton/Kohl Obama/Merkel
Musiker Woodstock/Peter Kraus Nirvana/Die Toten Hosen Red Hot Chili Peppers/Die fantastischen Vier Miley Cyrus/Conchita Wurst
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