Dipl.-Inform. Jörg Schiemann
Es gibt sogar für spezielle Probleme zugelassene Anwendungen, wie z. B. "HelloBetter Stress & Burnout", das einen interaktiven psychologischen Therapiekurs umsetzt. Die Zielgruppe der App sind erkrankte Personen mit einer Erschöpfungs- oder Überlastungssymptomatik. Der Therapie liegt – wie bei den meisten Digitalen Gesundheitsanwendungen – eine Kognitive Verhaltenstherapie zugrunde, die eine vollwertige Burnout-Soforthilfe verspricht.
Der Kurs dauert 12 Wochen und die Materialien sind sogar 12 Monate für den Nutzer abrufbar. Die verschiedenen Einheiten des Kurses bestehen aus anschaulich und interaktiv gestalteten Texten, Videos und Audios, die durch praktische Übungen ergänzt werden.
Im Kern wird differenziert zwischen vom Patienten lösbaren und nicht-lösbaren Problemen. Während bei ersteren dem Patienten Problemlösungsstrategien beigebracht werden, gibt es bei nicht-lösbaren Problemen Techniken, wie beispielsweise die Progressive Muskelentspannung, um den Umgang mit den daraus entstehenden, belastenden Gefühlen zu erleichtern.
Durch die Nutzung der Anwendung soll neben einer Verbesserung der psychischen Gesundheit (z. B. Angst, Schlaf) insbesondere die arbeitsbezogene Gesundheit (emotionale Erschöpfung, Arbeitsengagement) verbessert werden.
Wie "HelloBetter" bieten mittlerweile einige der "Apps auf Rezept" eine Hybridlösung an: Neben den digitalen Hilfen kann – beispielsweise in Krisen – über die Anwendung auch direkt ein Psychologe kontaktiert werden. So wird das Selfcare-Angebot einer DiGA zu einem Supported-Care-Ansatz erweitert, der Nutzern auch in akuten Krisen helfen kann. Eine gelungene Kombination aus Selbstmanagement und Arztbetreuung.