Cornelius Link
, Lisa Maiworm
Tz. 24
Stand: EL 124 – ET: 09/2026
Eine Konkurrenz zum AStG ist denkbar, wenn die Refinanzierung über eine ausl Pers erfolgt, die einem inl AE nahe steht. Diese Fälle können sowohl zur Anwendung der Zinsschranke als auch zu einer Korrektur nach § 1 Abs 1 AStG führen. Nach dem BMF-Schr v 24.03.2025, BStBl I 2025, 683 Rn 21 geht § 1 Abs 1 AStG der Zinsschranke vor (glA Pohl in B/H, § 1 AStG Rn 16a). Dafür spricht, dass es sich bei § 4h EStG lediglich um ein temporäres Abzugsverbot handelt und nicht ersichtlich ist, warum nicht fremdübliche Zinsen als Zinsvortrag in späteren VZ genutzt werden sollten. Die nach § 1 Abs 1 AStG hinzugerechneten Beträge sind auch nicht als Zinsertrag iSd § 4h EStG zu qualifizieren (aA noch die Vorauflage und s Schänzle/Mattern, in Sch/F, 2. Aufl, § 8a KStG Rn 46; s Prinz, in H/H/R, § 8a KStG Rn 8).
IRd Hinzurechnungsbesteuerung nach §§ 7–14 AStG idF des ATADUmsG (Ges zur Umsetzung der Anti-StV-RL v 25.06.2021, BGBl I 2021, 2035) findet die Zinsschranke Anwendung (GlA s Köhler/Staats, ISR 2021, 295, 304; Ditz/Quilitzsch, Ubg 2021, 485; 493). Gem § 10 Abs 3 S 1 AStG sind die dem Hinzurechnungsbetrag zugrunde liegenden Eink in entspr Anwendung der Vorschriften des dt StR zu ermitteln. Die Zinsschranke ist eine Gewinnermittlungsvorschrift (s Tz 1, 28) und daher grds zu berücksichtigen. § 10 Abs 3 S 4 AStG idF des JStG 2008 schloss eine Anwendung der Zinsschranke noch ausdrücklich aus. § 10 Abs 3 S 4 AStG aF ist mit dem ATADUmsG ab dem VZ 2022 (s § 21 Abs 4 AStG idF des ATADUmsG) entfallen. § 8 Abs 5 S 1 AStG idF des ATADUmsG nimmt für Zwecke der Ermittlung der niedrigen Besteuerung Bezug auf die nach Maßgabe des § 10 Abs 3 AStG nF ermittelten Eink.
UE ist die Zinsschranke demnach systemgerecht sowohl bei der Ermittlung der niedrigen Besteuerung als a...