Dr. Alexander Sasse
, Hans-Jürgen Stein
Leichter zu fassen und zu erfassen als die strategische Krise ist die Ertragskrise. Sie macht sich in sinkenden Erträgen (relativ und/oder absolut) bemerkbar. Oft wird die Ertragskrise jedoch mit den Aussagen und der Einstellung "Das ist nur temporär", "Es handelt sich um eine allgemeine Marktschwäche" etc. leichtfertig abgetan und nicht weiter beachtet. Manifest und noch bedrohlicher wird die Ertragskrise, sobald keine positiven Erträge mehr erzielt werden können und dem Unternehmen womöglich sogar ein negativer Cashflow aus dem operativen Geschäft entsteht.
Ein wesentliches Instrument zur Erkennung der Ertragskrise ist die Gewinn- und Verlustrechnung. Die Entwicklungen der einzelnen Positionen geben Aufschluss über die Gründe der veränderten Ertragslage. Anhand der Planung können Erwartungen für einzelne Erlös- und Kostenpositionen dargestellt werden und Plan-Ist-Vergleiche erlauben die transparente Überwachung und Steuerung.
Abb. 9 zeigt am Beispiel des Umsatzkostenverfahrens, wie aus der Gewinn- und Verlustrechnung Schlussfolgerungen zur Optimierung der Ertragssituation gezogen werden können. Durch eine transparente GuV ist eine schnelle Reaktion des Unternehmens sowohl bei Kostensenkungen als auch bei der Quantifizierung notwendiger Umsatzsteigerungen möglich.
Abb. 9: Implikationen aus der GuV für Umsatz und Kostenstrukturen
Natürlich liefert jede kostenvermeidende bzw. umsatzsteigernde Maßnahme im Unternehmen einen Beitrag zur Abwendung von Ertragskrisen. Hierbei sind alle Positionen der integrierten Unternehmenssteuerung von großer Relevanz. Die Strategieentwicklung liefert die Stoßrichtung, an der das Unternehmen seine Aktivitäten ausrichtet, während die Operationalisierung gewährleistet, dass diese Ausrichtung in der Praxis auch umgesetzt wird. Operative Unternehme...