Oliver Ammedick
, Prof. Dr. Stefan Müller
Rz. 14
Unternehmen erwägen aus unterschiedlichen Gründen, Forderungen zu verbriefen. Zu den wichtigsten Gründen für ABS-Transaktionen der verbriefenden Unternehmen zählen:
- Erweiterung der Finanzierungsmöglichkeiten,
- Verbesserung von Bilanzrelationen,
- Verringerung von Finanzierungskosten sowie
- (eingeschränkt) Erzielung von Steuervorteilen.
Durch eine Finanzierung mittels ABS erweitern Unternehmen ihre Finanzierungsalternativen. Somit steht dem Unternehmen eine weitere Finanzierungsmöglichkeit zur Verfügung.
Bilanzielles Hauptziel der Gestaltungen ist es, die veräußerten Forderungen aus der Handelsbilanz ausbuchen zu können und eine Bilanzierung als gesichertes Darlehensgeschäft zu vermeiden, bei der neben den als Kaufpreis zufließenden liquiden Mitteln eine korrespondierende Verbindlichkeit auszuweisen ist. Damit verbessern sich grundsätzlich die Bilanzkennzahlen. Wird die erhaltene Liquidität für die Tilgung von Bankkrediten genutzt, kommt es zu einer Bilanzverkürzung. Die Relation von Eigen- und Fremdkapital ändert sich zugunsten des verbriefenden Unternehmens. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Analysten und Kreditspezialisten der Banken diesen Effekt aus dem Verkauf der Forderungen in ihren Beurteilungen ggf. mit berücksichtigen, sodass dieses Argument dann nicht mehr greift.
Für viele Unternehmen sind vor allem die mitunter günstigeren Finanzierungskosten ein wichtiger Grund für ein ABS-Programm.
Die steuerlichen Vorteile einer ABS-Finanzierung sind stark eingeschränkt, da die steuerliche Behandlung von ABS-Transaktionen in Deutschland auf Neutralität abzielt, um Mehrfachbelastungen zu vermeiden. Im Einzelnen hängt diese stark von der Struktur, den Vermögenswerten und den beteiligten Staaten ab. Zentrale Aspekte sind die Vermeidung von Quellensteuer, die steuerlic...