Rz. 73
Im Rahmen der strukturellen Erfolgsanalyse stehen die Erfolgsspaltung nach Ergebnisschichten und die Erfolgsspaltung nach Unternehmenssegmenten im Mittelpunkt der Betrachtung. Bei der Erfolgsspaltung nach Ergebnisschichten wird das vom Unternehmen ausgewiesene Jahresergebnis in homogene Teilergebnisse mit betriebswirtschaftlich relevanter Aussage zerlegt, wobei aus externer Sicht eine Strukturierung der Erfolgsschichten nach den Kriterien der Regelmäßigkeit, Periodenbezogenheit und Betriebsbezogenheit in Betracht kommt. Ein primäres Ziel der Erfolgsspaltung ist die Ermittlung des nachhaltig erwirtschafteten Ergebnisses, d. h., es sollen diejenigen Erfolgskomponenten erfasst werden, die wahrscheinlich auch künftig zu erwarten sind, sodass Anhaltspunkte für die prognostische Fortschreibung der Erfolgsrechnung gegeben werden. Dies ist insbesondere in der aktuellen Phase großer temporärer Veränderungen des Unternehmensumfelds eine hochrelevante Betrachtung. So war während der Coronapandemie in vielen Branchen ein außergewöhnlicher Ertrags- und Aufwandsanfall festzustellen, der sich dann, etwa beim Wegfall der Lockdowns, wieder normalisierte. Allerdings ist es für die Analyse zumeist nur schwer einzuschätzen, was denn nun "normal" und was die ungewöhnlichen Effekte darstellen. Die Anhangangabe nach § 285 Nr. 31 HGB gibt hier auch nur bedingt Auskunft, da es auch für die Unternehmen selber nur schwer einzuschätzen ist und auch hier bilanzpolitische Überlegungen zu einer gewissen Beeinflussung des Einschätzungsspielraums verleitet haben können.
Außerdem führt die Überschneidung von wiederkehrend-nachhaltigen (ordentlichen) und bilanzpolitisch oder zufällig durch Sondereinflüsse verzerrten, unregelmäßigen Erfolgsbestandteilen zu einer Beeinträchtigung in der Unterne...