Fachbeiträge & Kommentare zu Bewertungsgesetz

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / 3. Nachweis durch einen stichtagsnahen Kaufpreis

Rz. 107 Ein Nachweis des niedrigeren gemeinen Werts setzt nicht zwingend ein Sachverständigengutachten voraus. Ein im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erzielter Kaufpreis wird vom Finanzamt ebenso als Nachweis anerkannt. Dem Kaufpreis dürfen also keine Verkäufe unter nahen Angehörigen oder sog. Notverkäufe zugrunde liegen. Dabei bestehen – so der Wortlaut der Tz. 2 der gl. lt....mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / a) Grundsätzliches über die Anwendung des Sachwertverfahrens oder Ertragswertverfahrens bei Einfamilien- und Zweifamilienhäusern

aa) Überblick Rz. 17 Die Auffassungen darüber, welche Bewertungsmethode bei den Ein- und Zweifamilienhäusern am zweckmäßigsten anzuwenden sei, waren seit jeher geteilt. Für das Sachwertverfahren spricht der Umstand, dass der Immobilienmarkt den Wert eines solchen Grundstücks vorwiegend nach Sachwertgesichtspunkten beurteilt. Besonders die Einfamilienhäuser stellen im Regelfa...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / b) Unbebaute Grundstücke

Rz. 28 Bei den unbebauten Grundstücken ist auch bei Fortschreibungen und Nachfeststellungen von den durchschnittlichen Werten im Hauptfeststellungszeitpunkt für die betreffende Gegend oder Straße auszugehen; diese durchschnittlichen Bodenwerte ergeben sich aus den Bodenwertrichtkarten, die bei den Finanzämtern eingesehen werden können. Wertänderungen, die mit den individuel...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / 9. Belastung mit Nutzungsrechten

Rz. 128 Ist ein unbebautes Grundstück mit einem Nutzungsrecht belastet, z.B. mit einem Nießbrauchsrecht, bleibt diese Belastung bei der Ermittlung des Grundstückswerts nach § 145 Abs. 3 Satz 1 BewG außer Ansatz. Anders sieht es dagegen nach Auffassung der Finanzverwaltung bei der Ermittlung des niedrigeren Verkehrswerts i.S.d. § 145 Abs. 3 Satz 3 BewG a.F. aus. In Anlehnung...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / c) Abschn. 16 Abs. 6 und 7 BewRGr

Rz. 42 Abschn. 16 Abs. 6 und 7 BewRGr nennt beispielhaft folgende Grundstücksgruppen, bei denen das Sachwertverfahren anzuwenden ist: Fabrikgrundstücke, Theatergrundstücke, Lichtspielhäuser, Sanatorien, Kliniken, Privatschulen, Grundstücke mit größeren Verwaltungsgebäuden, Grundstücke für Bank- und Kreditinstitute, Grundstücke für Versicherungsunternehmen, Werkstätten, Bahng...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / 5. Grundstücke mit Behelfsbauten und Grundstücke, für die ein Vervielfältiger nicht bestimmt ist

Rz. 58 Auf der Grundlage des Sachwertverfahrens sind ferner zu bewerten Grundstücke mit Behelfsbauten sowie Grundstücke mit Gebäuden in einer Bauart oder Bauausführung, für die ein Vervielfältiger nicht bestimmt ist (§ 76 Abs. 3 Nr. 3 BewG). Dass das Ertragswertverfahren dann ausscheidet, wenn für die Art des zu bewertenden Grundstücks vom Gesetzgeber kein Vervielfältiger f...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / 2. Nachweismöglichkeit ab 2007

Rz. 174 Für Besteuerungszeitpunkte nach dem 31.12.2006 besteht die Beschränkung des Nachweises des niedrigeren gemeinen Werts bei der Bewertung von Erbbaurechten oder von Grundstücken, die mit einem Erbbaurecht belastet sind, nicht mehr. Vielmehr ist der Nachweis des niedrigeren gemeinen Werts nach § 138 Abs. 4 BewG i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2007möglich und muss sich ...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / 2. Nachweis eines niedrigeren Verkehrswerts ab 2007

Rz. 189 Für Besteuerungszeitpunkte nach dem 31.12.2006 besteht die Beschränkung des Nachweises des niedrigeren gemeinen Werts bei der Bewertung von Grundstücken im Zustand der Bebauung nicht mehr. Vielmehr ist der Nachweis des niedrigeren gemeinen Werts nach § 138 Abs. 4 BewG i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2007 möglich und muss sich auf die wirtschaftliche Einheit beziehen...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / b) Entstehung und Beendigung des Gewerbebetriebs

aa) Allgemeines Rz. 203 Für die Beantwortung der Frage, ab wann und bis wann von einem Gewerbebetrieb i.S.v. § 95 BewG gesprochen werden kann, ist die einkommensteuerrechtliche Beurteilung, nicht hingegen die – engere – gewerbesteuerrechtliche Sichtweise zu übernehmen. bb) Beginn des Gewerbebetriebes Rz. 204 Anders als im Gewerbesteuerrecht, nach dem ein Gewerbebetrieb erst m...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / b) Verfassungswidrigkeit

Rz. 11 Das BVerfG hat in seiner Entscheidung vom 10.4.2018 unter anderem § 76 BewG für verfassungswidrig erklärt, da die Einheitsbewertung, die auf den Wertverhältnissen von 1964 fußt, spätestens seit 2002 nicht mehr mit dem allgemeinen Gleichheitssatz vereinbar ist. Die Frage, ob die Zweigleisigkeit des Bewertungssystems für sich genommen zu einer Verfassungswidrigkeit der...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / 8. Bauwerke, die nur einer unbedeutenden Nutzung zugeführt werden können

Rz. 127 Bauwerke, die nur einer unbedeutenden Nutzung i.S.d. § 145 Abs. 2 BewG zugeführt werden können, sind dem Grunde nach im Grundstückswert zu erfassen. Sie bleiben jedoch wertmäßig außer Ansatz, zumindest bei der Grundstücksbewertung nach § 145 Abs. 3 Satz 1 BewG. Will der Steuerpflichtige durch Gutachten einen niedrigeren Verkehrswert nachweisen, muss er dabei in Kauf...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / 3. Verfassungsrechtliche Bedenken

Rz. 10 Wegen § 27 BewG werden auch im Falle von Fortschreibungen und Nachfeststellungen die Werte für den Grundbesitz zugrundegelegt, die vor mehr als 50 Jahren galten. Daher hat zwischenzeitlich das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass die Regelungen zur Einheitsbewertung verfassungswidrig sind, da sie mit dem allgemeinen Gleichheitssatz unvereinbar sind. In seiner E...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / 1. Allgemeines

Rz. 85 Da die selbständigen Tätigkeiten i.S.d. § 18 Abs. 1 Nr. 1 und 2 EStG einem Gewerbebetrieb gleichstehen, richten sich Begriff und Umfang des Betriebsvermögens nach der sinngemäß anzuwendenden Vorschrift des § 95 BewG. Das Betriebsvermögen umfasst daher grundsätzlich alle Teile eines Betriebes i.S.d. § 18 Abs. 1 Nr. 1 und 2 EStG, die bei der steuerlichen Gewinnermittlu...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / d) Wesentliche Unterscheidung

Rz. 36 Nach der eindeutigen Formulierung des § 76 BewG ist darauf abzustellen, ob besondere Gestaltungs- oder Ausstattungsmerkmale vorliegen, und sodann in einem eigenem Subsumtionsschritt zu prüfen, ob diese Merkmale zu einer wesentlichen Unterscheidung führen. In seinen Entscheidungen v. 7.11.2000 und v. 11.1.2006 führt der BFH zu Recht aus, dass § 76 Abs. 3 Satz 1 BewG dre...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / Die allgemeine Feststellung ...

Rz. 41 Die allgemeine Feststellung der Einheitswerte wird stets auf einen bestimmten Zeitpunkt vorgenommen. Der Wert aller wirtschaftlichen Einheiten bzw. Untereinheiten, die der Einheitsbewertung unterliegen, wird durch eine Momentaufnahme festgehalten. Dieser Zeitpunkt ist regelmäßig der Beginn des maßgebenden Kalenderjahrs und wird als Hauptfeststellungszeitpunkt bezeich...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / 1. Voraussetzungen für den Nachweis

Rz. 68 Den Steuerzahler trifft die Nachweislast für einen niedrigeren gemeinen Wert und nicht eine bloße Darlegungslast. Die Finanzverwaltung lässt als Nachweis für einen niedrigeren Verkehrswert das Gutachten eines Sachverständigen oder des örtlich zuständigen Gutachterausschusses einerseits und einen stichtagsnahen Kaufpreis andererseits zu. Hierbei handelt es sich um ein...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / h) Besonderheiten bei nichtbilanzierenden Steuerpflichtigen

aa) Allgemeines Rz. 508 Zum Kreis der nichtbilanzierenden Steuerpflichtigen gehören diejenigen Unternehmer, die nach § 4 Abs. 3 EStG den Gewinn als Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben ermitteln, weil sie nicht aufgrund gesetzlicher Vorschriften verpflichtet sind, Bücher zu führen und regelmäßig Abschlüsse zu machen, und die auch freiwillig keine Bücher...mehr

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Vorbemerkungen zu § 95 BewG / 6. Reaktionen der Rechtsprechung

a) Vorlagebeschluss des BFH v. 22.5.2002 – II R 61/99 Rz. 96 Nach alledem konnte es nicht verwundern, dass der II. Senat in seinem Beschluss vom 22.5.2002 – II R 61/99 die Regelung des § 12 Abs. 5 ErbStG i.d.F. des Steueränderungsgesetzes 1997 i.V.m. den dort in Bezug genommenen Vorschriften des BewG a.F. für gleichheitswidrig hielt. Er begründete dieses Ergebnis im Wesentli...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / II. Gemeiner Wert

Die Finanzverwaltung trifft ... Rz. 67 Die Finanzverwaltung trifft für Zwecke der Bedarfsbewertung keine Unterscheidung zwischen den Begriffen "gemeiner Wert" und "Verkehrswert". Im Ergebnis werden beide Begriffe nebeneinander verwandt. Definitionsdivergenzen sind möglicherweise in der Praxis allenfalls in Grenzbereichen der Argumentation von Bedeutung. Denn für eine unstrei...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / II. Systematik der Verschonungsbedarfsprüfung (Abs. 1)

1. Allgemeines Rz. 4 Wenn der Wert des erworbenen begünstigten Vermögens i.S.d. § 13b Abs. 2 ErbStG den Schwellenwert von 26 Mio. EUR überschreitet (Großerwerb) und der Erwerber keinen Antrag nach § 13c ErbStG gestellt hat, wird die Steuer ohne Verschonung für das begünstigte Vermögen festgesetzt. Auf Antrag des Erwerbers wird eine Verschonungsbedarfsprüfung nach § 28a ErbSt...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / 2. Grundvermögen

a) Allgemeines Rz. 26 Beim Grundvermögen umfasst der Begriff "Wertverhältnisse"alle Umstände, die nicht nur für das einzelne Grundstück oder für eine abgrenzbare Gruppe von Grundstücken von Bedeutung sind, sondern für eine zahlenmäßig und örtlich nicht näher bestimmbare Vielzahl von Grundstücken. Deshalb gehören z.B. die Grundstücks- und Baupreise, das Mietniveau und der Gel...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / I. Allgemeines

1. Entstehungsgeschichte Rz. 1 § 63 der Verordnung zur Durchführung des Grundsteuergesetzes für den ersten Hauptveranlagungszeitraum (GrStDVO 1937) vom 1.7.1937 bestimmte: "Bei Fortschreibungen und Nachfeststellungen der Einheitswerte für Grundbesitz (§§ 22 und 23 des Reichsbewertungsgesetzes) sind der tatsächliche Zustand des Grundbesitzes (Bestand, bauliche Verhältnisse us...mehr

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Vorbemerkungen zu § 95 BewG / III. Rechtslage vom 1.1.1993 bis 31.12.2008

1. Maßnahmen des Gesetzgebers Rz. 36 Durch das Steueränderungsgesetz v. 25.2.1992 ging der Gesetzgeber von dem bislang maßgebenden "Teilwertprinzip" zum "Buchwertprinzip" über. Er blieb zwar unter Abweichung von dem im Bewertungsrecht geltenden Grundsatz der Gesamtbewertung (§ 2 Abs. 1 Satz 2 BewG) – vgl. oben Anm. 7 – bei dem für die Bewertung des Betriebsvermögens maßgeben...mehr

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Vorbemerkungen zu § 95 BewG / IV. Rechtslage ab 1.1.2009

1. Maßnahmen des Gesetzgebers Rz. 114 Dieser ihm vom BVerfG auferlegten Verpflichtung kam der Gesetzgeber durch das Erbschaftsteuerreformgesetz v. 24.12.2008 nach. Hierdurch haben vornehmlich die sich mit den Wertansätzen befassenden Regelungen im Ersten Abschnitt des Zweiten Teils unter D. des BewG (§§ 95 bis 109a BewG a.F.) einschneidende Änderungen erfahren. Rz. 115 Das g...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / VI. Hauptfeststellungszeitpunkt

Die allgemeine Feststellung ... Rz. 41 Die allgemeine Feststellung der Einheitswerte wird stets auf einen bestimmten Zeitpunkt vorgenommen. Der Wert aller wirtschaftlichen Einheiten bzw. Untereinheiten, die der Einheitsbewertung unterliegen, wird durch eine Momentaufnahme festgehalten. Dieser Zeitpunkt ist regelmäßig der Beginn des maßgebenden Kalenderjahrs und wird als Haup...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / 4. Umfang des Betriebsvermögens

a) Vorbemerkung Rz. 281 Zu den allgemeinen Grundsätzen wird auf die Ausführungen in Anm. 80 ff. verwiesen. b) Umfang des Betriebsvermögens bei Einzelunternehmen Rz. 282 Bis zum 31.12.1992 war bei der Einheitsbewertung des Betriebsvermögens eigenständig darüber zu entscheiden, ob bei einem Wirtschaftsgut die Voraussetzungen für die Zurechnung zum bewertungsrechtlichen Betriebsv...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / V. Einhaltung von Bedingungen für den Steuererlass (Abs. 4)

§ 28a Abs. 1 Satz 1 ... Rz. 30 § 28a Abs. 1 Satz 1 ErbStG stellte drei Voraussetzungen auf, die erfüllt sein mussten, damit die Steuer auf das begünstigte Vermögen erlassen werden konnte (s. Anm. 4). § 28a Abs. 4 Satz 1 ErbStG bestimmt nun drei Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit der Steuererlass auch dauerhaft erhalten bleibt: Der Erwerber muss die Lohnsummenrege...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / Nach dem Sachwertverfahren ...

Rz. 15 Nach dem Sachwertverfahren sind zu bewerten:mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / III. Wertverhältnisse

1. Allgemeine Grundsätze Rz. 20 Die bisherige Rechtsprechung und die Verwaltungsanweisungen haben bei der Auslegung des Begriffs "Wertverhältnisse" auf eine Abgrenzung zu den sog. "tatsächlichen Verhältnissen" zurückgegriffen. Auch die amtliche Begründung zum BewÄndG 1965 (s. Anm. 2 f.), die Fortschreibungs-Richtlinien (s. Anm. 36) und der gleichlautende Ländererlass vom 14.1...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / I. Allgemeine Erläuterungen

1. Überblick zu § 76 BewG Rz. 1 § 76 BewG regelt, nach welchen Bewertungsmethoden der Einheitswert bebauter Grundstücke zu ermitteln ist: Abs. 1 bestimmt, dass Mietwohn-, Geschäfts- und gemischt genutzte Grundstücke sowie Einfamilien- und Zweifamilienhäuser im Wege des Ertragswertverfahrens zu bewerten sind. Abs. 2 schreibt die Bewertung von sonstigen bebauten Grundstücken im ...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / 1. Entstehungsgeschichte

Rz. 1 § 63 der Verordnung zur Durchführung des Grundsteuergesetzes für den ersten Hauptveranlagungszeitraum (GrStDVO 1937) vom 1.7.1937 bestimmte: "Bei Fortschreibungen und Nachfeststellungen der Einheitswerte für Grundbesitz (§§ 22 und 23 des Reichsbewertungsgesetzes) sind der tatsächliche Zustand des Grundbesitzes (Bestand, bauliche Verhältnisse usw.) vom Fortschreibungs-...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / d) Einzelfälle

Rz. 43 Soweit der allgemeine und dauerhafte Leerstand einer Wohnung nicht auf baulichen Gegebenheiten beruht, handelt es sich um einen Faktor der das Wertniveau betrifft und der daher bei der Fortschreibung oder Nachfeststellung nicht zu berücksichtigen ist. Gegebenenfalls ist die Grundsteuer nach § 33 Abs. 1 GrStG zu reduzieren. Rz. 44 In seiner Entscheidung vom 30.1.2002 ...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / 2. Rechtsentwicklung

Rz. 2 Bebaute Grundstücke wurden der Besteuerung lange Zeit ganz allgemein mit dem gemeinen Wert unterworfen. Verfahren zur Ermittlung des Grundstückswerts waren gesetzlich nicht geregelt. Rz. 3 Eine gewisse Änderung brachte insoweit § 77 des Wehrbeitragsgesetzes v. 3.7.1913. Es führte den Ertragswert als Bewertungsmaßstab für solche bebauten Grundstücke ein, die Wohn- oder...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / c) Besondere Ausstattung

aa) Auslegung des Begriffs "besondere Ausstattung" Rz. 30 Auch der Begriff "besondere Ausstattung" ist im Gesetz nicht definiert. Es handelt sich auch hier um einen Typusbegriff und um einen unbestimmten Rechtsbegriff, der nach Sinn und Zielsetzung des § 76 Abs. 3 Nr. 1 BewG (vgl. dazu Anm. 23) zu konkretisieren ist. Eine "besondere Ausstattung" erfordert nicht eine luxuriös...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / e) Verfügung der OFD Koblenz v. 24.7.2006

Rz. 38 Die OFD Koblenz hat auf der Grundlage der BFH Entscheidung v. 11.1.2006 eine Verfügung erlassen, die die Abgrenzung des Sachwertverfahrens vom Ertragswertverfahren bei den Einfamilienhäusern zusammenfasst und der Praxis eine Hilfestellung liefert, die aktuell gültige Rechtsprechung umzusetzen. Da sie erhebliche Auswirkungen für die Praxis haben kann, ist sie nachfolg...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / d) Erläuterungen zu einzelnen Gruppen von Geschäftsgrundstücken

Rz. 44 Bei den in Abschn. 16 Abs. 7 BewRGr angeführten Hotelgrundstücken handelt es sich im Allgemeinen um eigengenutzte Zweckbauten, die der Beherbergung dienen. Soweit diese Grundstücke nicht eigengenutzt sind, werden sie regelmäßig verpachtet, nicht aber vermietet. Dementsprechend beurteilt auch der Grundstücksmarkt den Verkehrswert von Hotelgrundstücken nicht auf der Gr...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / b) Personengesellschaften

Rz. 63 Anders als die Kapitalgesellschaften unterhalten die Personengesellschaften grundsätzlich nicht schon kraft ihrer Rechtsform einen Gewerbebetrieb. Vielmehr betreibt eine Personengesellschaft nur dann ein Gewerbe i.S.d. Ertragsteuerrechts, wenn ihre Betätigung die Voraussetzungen des § 15 Abs. 2 EStG erfüllt oder die besonderen Voraussetzungen des § 15 Abs. 3 EStG vor...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / 7. Kontaminierung

Rz. 126 Ist ein Grundstück mit Altlasten belastet, kann es bei einer großflächigen Kontaminierung zu einem Verkehrswert des Grundstücks kommen, der weit unter dem nach § 145 Abs. 3 Satz 1 BewG ermittelten Steuerwert liegt. Der Steuerpflichtige wird in diesen Fällen häufig den Verkehrswert seines Grundstücks nachweisen, und zwar anhand eines Gutachtens. Der Gutachter geht be...mehr

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Vorbemerkungen zu § 95 BewG / a) Vorlagebeschluss des BFH v. 22.5.2002 – II R 61/99

Rz. 96 Nach alledem konnte es nicht verwundern, dass der II. Senat in seinem Beschluss vom 22.5.2002 – II R 61/99 die Regelung des § 12 Abs. 5 ErbStG i.d.F. des Steueränderungsgesetzes 1997 i.V.m. den dort in Bezug genommenen Vorschriften des BewG a.F. für gleichheitswidrig hielt. Er begründete dieses Ergebnis im Wesentlichen mit folgenden Erwägungen: Rz. 97 Der Gleichheits...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / III. Einnehmer einer staatlichen Lotterie

Rz. 74 Nach § 18 Abs. 1 Nr. 2 EStG gehören zu den Einkünften aus selbständiger Arbeit auch die Einkünfte der Einnehmer einer staatlichen Lotterie, "wenn sie nicht Einkünfte aus Gewerbebetrieb sind". Der Lotterieeinnehmer unterhält dann einen Gewerbebetrieb, wenn er zum Absatz der Lose einen kaufmännisch eingerichteten Geschäftsbetrieb führt oder wenn er die Lose im Rahmen e...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / a) Allgemeines

Rz. 141 Als Wirtschaftsgüter des Betriebsvermögens kommen bei Freiberuflern vor allem in Betracht: Büroeinrichtungen, Maschinen, Datenverarbeitungsanlagen, PC, Instrumente und Geräte, Forderungen und Guthaben aus freiberuflichen Leistungen sowie möglicherweise der Praxiswert. Ob ein Grundstück, das teilweise für freiberufliche Zwecke genutzt wird, ein Betriebsgrundstück ist...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / IV. Anwendungsbereich des Ertragswertverfahrens

Rz. 59 Das Ertragswertverfahren ist auf alle Mietwohngrundstücke, Geschäftsgrundstücke, gemischt genutzte Grundstücke, Einfamilienhäuser und Zweifamilienhäuser anzuwenden, soweit nicht nach den Ausführungen unter Anm. 4–15 vorstehend das Sachwertverfahren Platz greift (§ 76 Abs. 1 BewG). Bei den Geschäftsgrundstücken handelt es sich hier entsprechend den Mietwohn- und gemis...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / Literatur

Schrifttum: Behrens, Hofmann, UVR 2015, 285–288, BVerfG fordert Neuregelung der Grundstücksbewertung für die Zwecke der Grunderwerbsteuer mit Rückwirkung ab 1.1.2009; Bock, Weis, GmbHR 2016, 205–213, Änderungen beim mittelbaren Gesellschafterwechsel (§ 1 Abs. 2a GrEStG) und der grunderwerbsteuerlichen Ersatzbemessungsgrundlage durch das Steueränderungsgesetz 2015; Bopp, HFR 2...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / 1. Tätigkeitsmerkmale

Rz. 29 § 96 BewG bestimmt den Begriff des freien Berufs nicht selbst, sondern verweist auf die Beschreibung der freiberuflichen Tätigkeit in § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG . Die dortige Aufzählung der sog. Katalogberufe ist nicht erschöpfend, wie sich aus der Formulierung "und ähnliche Berufe" ergibt. Ein Oberbegriff für die in § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG aufgezählten – mehr oder minder ...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / b) ABC

– Beteiligungen an Kapitalgesellschaften Rz. 148 Die Rechtsprechung des BFH qualifiziert die Beteiligungen der Freiberufler an Kapitalgesellschaften grundsätzlich als berufsfremde Vorgänge mit der Folge, dass die Beteiligungen nicht zum (ertragsteuerrechtlichen und bewertungsrechtlichen) Betriebsvermögen gehören. Diese im Vergleich zur Handhabung bei den Gewerbetreibenden re...mehr

Lexikonbeitrag aus Steuer Office Gold
Vorbemerkungen zu § 95 BewG / 5. Kritik am Übergang vom Teilwert- zum Buchwertprinzip

Rz. 77 Der mit dem Steueränderungsgesetz 1992 vollzogene Übergang vom Teilwert- zum Buchwertprinzip wurde in der Literatur schon frühzeitig kritisiert. So wurde mit Recht geltend gemacht, mit diesem Schritt sei der Versuch aufgegeben worden, die Wirtschaftsgüter des Betriebsvermögens mit ihren "richtigen Werten" anzusetzen. Ziel einer gerechten und gleichmäßigen Vermögen- u...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / (1) Rechtslage für Stichtage vom 1.1.1993 bis 31.12.2008

Rz. 373 Für Besteuerungszeitpunkte ab 1.1.1993 bis 31.12.2008 waren grundsätzlich alle Wirtschaftsgüter des Anlage- und Umlaufvermögens sowie alle sonstigen aktiven Ansätze aus der Steuerbilanz in die Vermögensaufstellung zu übernehmen. Hierzu gehörten auch die (entgeltlich erworbenen) immateriellen Wirtschaftsgüter, wie z.B. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / III. Bedeutung

Rz. 19 Die Bedeutung der Vorschrift liegt grundsätzlich in der gesetzlichen Festlegung der Hauptfeststellung. Dabei kommt dem zeitlichen Aspekt lediglich eine untergeordnete Rolle zu. Durch die turnusmäßig wiederkehrende Feststellung der wirtschaftlichen Einheiten sollte eine Anpassung der Werte an die tatsächlichen Verhältnisse erfolgen, da sich diese im Zeitablauf kontinu...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / III. Tatsächliche Verhältnisse und Wertverhältnisse

1. Bewertungsstichtage vor dem 1.1.2007 Rz. 21 Die Grundbesitzwerte sind stets unter Berücksichtigung der tatsächlichen Verhältnisse vom Besteuerungszeitpunkt und der Wertverhältnisse vom 1.1.1996 zu ermitteln (§ 138 Abs. 1 Satz 2 BewG). Hinsichtlich der tatsächlichen Verhältnisse kommt es auf den Besteuerungszeitpunkt an. Dieser bestimmt sich bei der Erbschaft- und Schenkung...mehr

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Gürsching/Stenger, Bewertun... / I. Grundaussagen der Vorschrift

1. Regelungsgegenstand und -zweck Rz. 1 Das Einkommensteuerrecht unterscheidet streng zwischen den Einkünften aus Gewerbebetrieb (vgl. §§ 15 und 16 EStG) und solchen aus selbstständiger Arbeit (vgl. § 18 EStG). An diese Unterscheidung knüpft zwar auch das Bewertungsrecht an. Jedoch ordnet § 96 BewG ausdrücklich die Gleichbehandlung des den Freiberuflern (§ 18 Abs. 1 Nr. 1 ES...mehr