Praxis-Beispiele: Rabattfreibetrag

1 Belegschaftsrabatt

 

Sachverhalt

Ein Möbelhändler überlässt seiner Mitarbeiterin eine Schrankwand zum Preis von 3.000 EUR. Der angegebene offizielle Verkaufspreis der Schrankwand beträgt laut Preisauszeichnung 4.500 EUR.

Wie hoch ist der lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtige geldwerte Vorteil aus dem Rabatt?

Lösung

Belegschaftsrabatte und Vorteile aus der unentgeltlichen Überlassung von Waren oder Dienstleistungen des eigenen Unternehmens gehören zum steuerpflichtigen Arbeitslohn. Jedoch kann der Arbeitgeber hiervon den Rabattfreibetrag i. H. v. 1.080 EUR pro Jahr abziehen. Der Rabattfreibetrag von 1.080 EUR gilt nur für Waren und Dienstleistungen, die der Arbeitgeber nicht überwiegend seinen Arbeitnehmern, sondern überwiegend den Kunden seines Unternehmens entgeltlich zur Verfügung stellt.

Die überlassenen Waren und Dienstleistungen müssen vor Anwendung des Rabattfreibetrags mit 96 % des "Abgabepreises an Letztverbraucher im allgemeinen Geschäftsverkehr" bewertet werden.

Abgabepreis ist der Wert, mit dem die Ware an Endverbraucher abgegeben wird. Zuzahlungen des Arbeitnehmers sind abzuziehen; sie reduzieren den geldwerten Vorteil. Auf den verbleibenden Betrag wird der Rabattfreibetrag i. H. v. 1.080 EUR berücksichtigt. Der Rabattfreibetrag ist ein Jahresbetrag und darf nicht bei jeder einzelnen Warenlieferung oder jeder einzelnen Dienstleistung abgezogen werden.

 
Berechnung geldwerter Vorteil
Preis für Endverbraucher 4.500 EUR
Abzgl. pauschaler Bewertungsabschlag v. 4 % - 180 EUR
Zwischensumme 4.320 EUR
Zuzahlung des Arbeitnehmers - 3.000 EUR
Geldwerter Vorteil insgesamt 1.320 EUR
Abzgl. Rabattfreibetrag - 1.080 EUR
Geldwerter Vorteil 240 EUR

Es verbleibt ein Betrag von 240 EUR, dieser führt beim Arbeitnehmer zu lohnsteuerpflichtigem Arbeitslohn und zu sozialversicherungspflichtigem Arbeitsentgelt. Der Rabattfreibetrag der Arbeitnehmerin ist für dieses Kalenderjahr ausgeschöpft.

2 Produkte des Arbeitgebers

 

Sachverhalt

Eine Arbeitnehmerin erwirbt im Juli von ihrem Arbeitgeber, einem Küchenhersteller, eine Küche zum Preis von 10.000 EUR. Im Einzelhandel wird dieselbe Küche für 18.000 EUR an den Endverbraucher verkauft.

Wie hoch ist der geldwerte Vorteil für die Arbeitnehmerin?

Lösung

 
Geldwerter Vorteil
Preis Endverbraucher 18.000 EUR
Abzgl. pauschaler Bewertungsabschlag (4 %) - 720 EUR
Zwischensumme 17.280 EUR
Zuzahlung des Arbeitnehmers - 10.000 EUR
Geldwerter Vorteil insgesamt 7.280 EUR
Abzgl. Rabattfreibetrag - 1.080 EUR
Steuer- und sozialversicherungspflichtiger geldwerter Vorteil 6.200 EUR

Dieser Betrag ist als einmalig gewährter geldwerter Vorteil (sonstiger Bezug) für den Juli neben dem laufenden Gehalt zu versteuern. Gleichzeitig ist der Vorteil als Einmalzahlung sozialversicherungspflichtig.

Hinweis

Der Rabattfreibetrag für Personalrabatte von jährlich 1.080 EUR kann grundsätzlich nur auf Waren oder Dienstleistungen des eigenen Unternehmens angewendet werden. Voraussetzung ist, dass der Preisnachlass vom eigenen Arbeitgeber eingeräumt wird (nicht von einem Dritten) und das Unternehmen mit diesen Waren Handel treibt oder Dienstleistungen erbringt, also nicht überwiegend für seine Arbeitnehmer herstellt. Zu den Waren gehören hierbei alle Wirtschaftsgüter, die im Wirtschaftsverkehr wie Sachen behandelt werden (z. B. auch Strom und Wärme). Als Dienstleistungen kommen alle anderen Leistungen in Betracht, die üblicherweise gegen Entgelt erbracht werden. Hierzu zählen z. B. auch Beförderungsleistungen von Strom und Wärme, Vermittlung von Versicherungsverträgen oder Darlehen.

3 Eigene Waren oder Dienstleistungen

 

Sachverhalt

Ein Transportunternehmen nutzt zur Betankung seines Fuhrparks eine betriebseigene Tankstelle. Arbeitnehmer des Betriebs können hier auch ihre privaten Pkw verbilligt betanken.

Kann der Rabattfreibetrag zur Anwendung kommen?

Lösung

Der Rabattfreibetrag nach § 8 Abs. 3 Satz 2 EStG darf nicht berücksichtigt werden, da der Treibstoff nicht überwiegend an fremde Dritte abgegeben wird. Für die Anwendung des Rabattfreibetrags muss es sich um Waren handeln, die vom Arbeitgeber hergestellt oder vertrieben werden. Die dem Arbeitnehmer unentgeltlich oder verbilligt überlassenen Waren oder Dienstleistungen dürfen vom Arbeitgeber nicht nur für den Bedarf seiner Arbeitnehmer hergestellt bzw. angeschafft werden. Entscheidend ist, dass die Waren oder Dienstleistungen überwiegend fremden Dritten entgeltlich zur Verfügung gestellt werden.

4 Arbeitgeber erbringt gewichtigen Beitrag zur Herstellung

 

Sachverhalt

Eine Druckerei druckt eine Tageszeitung für einen Verlag. Alle Verlagsmitarbeiter können die Tageszeitung verbilligt abonnieren. Statt des üblichen Abonnementpreises von 480 EUR im Jahr erhalten die Mitarbeiter das Abo für 80 EUR.

Kommt der Rabattfreibetrag von 1.080 EUR hier zur Anwendung?

Lösung

Der Rabattfreibetrag gilt auch für Waren, die ein Arbeitgeber im Auftrag und nach den Plänen und Vorgaben von einem Dritten produzieren lässt. Die Druckerei druckt zwar die Zeitung, der Inhalt stammt aber von der Redaktion.

 
Berechnung geldwerter Vorteil für die Verlagsmitarbeiter
Preis Endverbraucher 480,00 EUR
Abzgl. pauschaler Bewertungsabschlag v. 4 % - 19...

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