Praxis-Beispiele: Geringfüg... / 1.5 Beamte
 

Sachverhalt

Ein Beamter ist privat krankenversichert. In seinem Beamtenverhältnis hat er im Krankheitsfall Anspruch auf Fortzahlung der Bezüge und auf Beihilfe oder Heilfürsorge. Der Beamte hat folgende Nebenjobs:

  • seit 2015 als Hausmeister für 300 EUR monatlich und
  • seit Anfang 2019 als Pförtner für 250 EUR monatlich.

Wie sind die Beschäftigungen lohnsteuer- und sozialversicherungsrechtlich zu behandeln?

Lösung

Im Gegensatz zu Arbeitnehmern, die sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, erfolgt bei Beamten in keinem Fall eine Zusammenrechnung der geringfügig entlohnten Beschäftigungen mit der Hauptbeschäftigung als Beamter.

Die Entgelte aus den Beschäftigungen als Hausmeister (300 EUR) und als Pförtner (250 EUR) werden hingegen zusammengerechnet.

Beide Beschäftigungen sind ab 1.1.2019 nicht mehr geringfügig, da das Gesamtentgelt monatlich 450 EUR übersteigt. Da das Gesamtentgelt 550 EUR beträgt, ist für beide Beschäftigungen die Gleitzonenregelung anzuwenden. Die Beschäftigungen werden nicht bei der Minijob-Zentrale angemeldet, sondern bei einer Krankenkasse. Zuständig ist die Krankenkasse, bei welcher der Beamte zuletzt versichert war, ansonsten suchen Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine Krankenkasse aus.

  • Da der Beamte im Krankheitsfall Anspruch auf Fortzahlung der Bezüge und auf Beihilfe oder Heilfürsorge aus seinem Beamtenverhältnis hat, bleibt er in beiden Nebenbeschäftigungen versicherungsfrei in der Kranken- und Pflegeversicherung. Es müssen Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung abgeführt werden.
  • Angemeldet werden die Beschäftigungen wie folgt:

    Personengruppenschlüssel 101 (sozialversicherungspflichtige Beschäftigung)

    Beitragsgruppenschlüssel 0110.

  • Die Besteuerung der beiden Beschäftigungen erfolgt entweder nach ELStAM mit der Steuerklasse VI oder mit 20 % pauschaler Lohnsteuer.

    Will der Arbeitgeber die pauschale Lohnsteuer von 20 % nicht übernehmen, kann sie auf den Arbeitnehmer abgewälzt werden. In diesem Fall muss geprüft werden, ob die Lohnsteuerpauschalierung mit 20 % (zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) günstiger ist als eine Besteuerung über die ELStAM.

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