Kreditkarte

Zusammenfassung

 
Begriff

Eine Kreditkarte ist eine Karte zur Zahlung von Waren und Dienstleistungen und wird daher als kartenbasiertes Zahlungsmittel angesehen. Oftmals gewähren Kreditkarten dem Karteninhaber einen Kredit. Die meisten Kreditkarten sind weltweit einsetzbar, sowohl im realen täglichen Geschäfts- wie Privatleben als auch bei Online-Geldtransaktionen. Sie wird im Fall von MasterCard oder Visa von Banken in Zusammenarbeit mit den Kreditkartenorganisationen ausgegeben, oder – im Fall von Diners und American Express – direkt von der Kartengesellschaft. Diese vier Gesellschaften teilen sich nahezu den gesamten europäischen Kreditkartenmarkt.

 
Kurzübersicht
 
Entgelt LSt SV
Überlassung überwiegend für dienstliche Zwecke frei frei
Überlassung überwiegend für private Zwecke pflichtig pflichtig

Lohnsteuer

1 Firmenkreditkarte

Zur Bestreitung der Ausgaben bei beruflich veranlassten Auswärtstätigkeiten stellen Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern häufig Kreditkarten zur Verfügung, die über das Firmenkonto abgerechnet werden (Firmenkreditkarte).

Vereinbart der Arbeitgeber mit einem Kreditkartenunternehmen, bestimmten Arbeitnehmern eine Firmenkreditkarte (sog. corporate card) zu überlassen, handelt es sich bei dem geldwerten Vorteil aus der für den Arbeitnehmer gebührenfreien Überlassung der Karte um einen Sachbezug.

2 Abrechnung über das Konto des Arbeitgebers

Die Möglichkeit, eine Firmenkreditkarte auch für Privatkäufe verwenden zu können, wird von der Finanzverwaltung jedoch nicht als geldwerter Vorteil angesehen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Privatkäufe im Verhältnis zu den gesamten Benutzungsfällen von untergeordneter Bedeutung sind.

Deshalb gilt der Verzicht auf die Besteuerung eines geldwerten Vorteils nur für solche Arbeitnehmer, die häufig dienstlich veranlasste Auswärtstätigkeiten unternehmen oder bei denen es aus anderen dienstlichen Gründen notwendig ist, eine Kreditkarte bei sich zu führen.

3 Abrechnung über das Konto des Arbeitnehmers

Wird die vom Arbeitgeber für dienstliche Zwecke überlassene Kreditkarte nicht über das Firmenkonto, sondern über das private Bankkonto des Arbeitnehmers abgerechnet, handelt es sich um eine Barzuwendung und nicht um einen Sachbezug. Wird die Karte bei Arbeitnehmern mit umfangreicher Reisetätigkeit zur Abrechnung der Reisekosten und von Auslagen für den Betrieb eingesetzt, ist die Übernahme der Gebühr durch den Arbeitgeber steuerfrei. Hierfür ist es erforderlich, dass der Arbeitgeber auf den monatlich vorgelegten Kreditkartenabrechnungen sämtliche dort ausgewiesenen Transaktionen im Rahmen der Reisekostenabrechnung kontrolliert und die Kreditkartenabrechnung zum Lohnkonto nimmt.

Wird die Kreditkarte jedoch in mehr als nur geringfügigem Umfang auch für andere Umsätze eingesetzt, bleibt lediglich der Teil der Kreditkartengebühr steuerfrei, der dem Anteil der Reisekosten und Auslagen an den gesamten Umsätzen entspricht.

Ergeben sich steuerpflichtige Anteile, müssen auch Sachbezüge erfasst werden, die dem Arbeitnehmer dadurch zufließen, dass aufgrund eines zwischen dem Arbeitgeber und der Kreditkartenorganisation abgeschlossenen Rahmenabkommens ggf. eine Kreditkartengebühr zu entrichten ist, die unter dem üblichen Endpreis liegt. Auf solche Sachbezüge kann die Freigrenze von monatlich 44 EUR angewendet werden.

Überlässt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer eine Kreditkarte unentgeltlich oder verbilligt überwiegend zur privaten Nutzung, entsteht ein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil, soweit der Arbeitgeber die Kreditkartengebühr übernimmt. Eine Hinzurechnung zum lohnsteuerpflichtigen Arbeitslohn entfällt, wenn der geldwerte Vorteil 44 EUR monatlich nicht übersteigt und die Freigrenze nicht schon durch andere Sachbezüge im Laufe des Monats ausgeschöpft ist.

Sozialversicherung

1 Bewertung als beitragspflichtiges Arbeitsentgelt

Für Arbeitnehmer mit umfangreicher Reisetätigkeit[1] können Kreditkarten auf den Namen und für Rechnung des Arbeitgebers ausgegeben werden. Ob die Ausgabe der Kreditkarte beitragspflichtiges Arbeitsentgelt darstellt, ist abhängig vom Verhältnis zwischen dienstlicher und privater Nutzung.

Überwiegend dienstliche Kreditkartennutzung

Ist die private gegenüber der dienstlichen Nutzung von untergeordneter Bedeutung, so liegt kein beitragspflichtiges Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung vor.[2]

Privat genutzte Kreditkarte

Wird hingegen die Firmenkreditkarte in einem erheblichen Umfang auch privat genutzt, so stellt die Kreditkarte einen geldwerten Vorteil und daher beitragspflichtiges Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung dar.[3] Die gilt auch, wenn der Arbeitgeber die Gebühren einer privaten Kreditkarte an einen Arbeitnehmer erstattet und dieser die Karte in erheblichem Umfang privat nutzt.

2 Beitragsrechtliche Zuordnung

Die beitragsrechtliche Zuordnung erfolgt zu dem Entgeltabrechnungsmonat, für den die Firmenkreditkarte überlassen wird bzw. in dem der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die Gebühren erstattet.

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