Freikarten
  
Begriff

Gibt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer kostenlos oder verbilligt eine Freikarte ab, z. B. für kulturelle oder sportliche Veranstaltungen, handelt es sich grundsätzlich um eine steuer- und sozialversicherungspflichtige Sachzuwendung. Die Besteuerung des geldwerten Vorteils beim Arbeitnehmer kann erfolgen:

  • nach den individuellen ELStAM,
  • im Rahmen der 44-EUR-Sachbezugsfreigrenze,
  • im Rahmen des sog. Rabattfreibetrags bis zu 1.080 EUR pro Jahr, falls der Arbeitgeber z. B. ein Theater oder Sportverein ist oder
  • pauschal mit 30 % nach § 37b EStG (Pauschalierung bei Sachzuwendungen)

Welche der Möglichkeiten anzuwenden ist, muss individuell geprüft werden.

Wird die Freikarte aus überwiegend eigenbetrieblichem Interesse des Arbeitgebers übergeben, z. B. für den Besuch einer Messe, bleibt der Wert der Freikarte lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei.

 
Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Lohnsteuer: Zur Bewertung von Sachbezügen s. § 8 Abs. 2 bzw. 3 EStG und R 8.1, R 8.2 LStR. Zur Pauschalierung der Einkommensteuer bei Sachzuwendungen s. § 37b EStG.

Sozialversicherung: Die Beitragspflicht der Arbeitgeberzuwendung ergibt sich aus § 14 Abs. 1 SGB IV. Die Beitragsfreiheit infolge der Anwendung des Rabattfreibetrags ergibt sich aus § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SvEV.

 
Kurzübersicht
 
Entgelt LSt SV
Freikarte (Anwendung der 44-EUR-Grenze) frei frei
Freikarte (Anwendung des Rabattfreibetrags) frei frei
Freikarte (Versteuerung gem. § 37b EStG) pauschal pflichtig

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