Fahrtkostenzuschüsse

Zusammenfassung

 
Begriff

Für die lohnsteuerliche Behandlung von Fahrtkostenzuschüssen des Arbeitgebers für die Fahrten des Arbeitnehmers zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte ist seit 2019 zu unterscheiden zwischen

  • Fahrtkostenersatz bei Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel und
  • Fahrtkostenersatz für die übrigen Fahrzeuge, insbesondere den eigenen Pkw.

Für Arbeitgeberleistungen im Zusammenhang mit der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel wurde zum 1.1.2019 die bis 2003 geltende Steuerbefreiung wieder eingeführt. Für die übrigen Fahrtkostenzuschüsse, insbesondere wenn der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer die Kosten der Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte mit dem eigenen Pkw ersetzt, liegt hingegen weiterhin steuerpflichtiger Arbeitslohn vor.

Anstelle der individuellen Besteuerung nach den ELStAM kann der Arbeitgeber die Fahrtkostenzuschüsse bis zur Höhe der Entfernungspauschale pauschal mit 15 % versteuern. Steuerfreie und pauschal besteuerte Fahrtkostenzuschüsse mindern den Werbungskostenabzug des Arbeitnehmers. Rückwirkend zum 1.1.2019 wurde für Arbeitgeberleistungen (Sachbezüge und Zuschüsse) im Zusammenhang mit Jobtickets und Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr eine neue Pauschalierungsmöglichkeit mit dem Pauschsteuersatz von 25 % eingeführt, bei der eine Anrechnung auf die abzugsfähigen Werbungskosten in der persönlichen Steuererklärung verzichtet wird.

Fahrtkostenzuschüsse anlässlich einer Auswärtstätigkeit oder für Familienheimfahrten sind regelmäßig steuer- und beitragsfrei.

 
Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Lohnsteuer: Für die Lohnsteuerpauschalierung ist § 40 Abs. 2 Satz 2 EStG maßgebend. Durch den Verweis auf § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 und Abs. 2 EStG wird klargestellt, dass nur die als Entfernungspauschale ansatzfähigen Beträge oder die tatsächlich höheren Aufwendungen für öffentliche Verkehrsmittel unter die Pauschalierungsregelung fallen. Nähere Erläuterungen enthält das BMF-Schreiben v. 31.10.2013, IV C 5 - S 2351/09/10002:002, BStBl 2013 I S.1376. Die Steuerfreiheit für Arbeitgeberzuschüsse und geldwerte Vorteile bei Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit öffentlichen Verkehrsmitteln ab 2019 ergibt sich aus § 3 Nr. 15 EStG sowie den ergänzenden Verwaltungsanweisungen des BMF-Schreibens v. 15.8.2019, IV C 5 - S 2342/19/10007 : 001, BStBl 2019 I S. 875. Die monatliche Freigrenze für Sachbezüge, z. B. Fahrkarten, von 44 EUR regelt § 8 Abs. 2 Satz 9 EStG. Für verbilligte oder kostenlose Fahrkarten bei Beschäftigten von öffentlichen Verkehrsbetrieben kommt der Rabattfreibetrag von 1.080 EUR nach § 8 Abs. 3 EStG infrage.

Sozialversicherung: Die Zurechnung der vom Arbeitgeber im Rahmen des Arbeitsverhältnisses geleisteten Fahrtkostenzuschüsse zum beitragspflichtigen Arbeitsentgelt in der Sozialversicherung ergibt sich aus § 14 Abs. 1 Satz 1 SGB IV. Die Beitragsfreiheit von lohnsteuerfreien (Sach-)Zuwendungen ergibt sich aus § 1 Abs. 1 Satz 1 SvEV. Die Ausnahmeregelung für pauschal versteuerten Fahrtkostenersatz und deren Beitragsfreiheit zur Sozialversicherung ist in § 1 Satz 1 Nr. 3 SvEV geregelt.

 
Kurzübersicht
 
Entgelt LSt SV
Fahrtkostenzuschuss für Fahrten Wohnung - erste Tätigkeitsstätte mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Linienverkehr frei frei
Pauschalierung mit 25 % bei Fahrtkostenzuschuss für Fahrten Wohnung - erste Tätigkeitsstätte mit öffentlichen Verkehrsmitteln, ohne Anrechnung auf Entfernungspauschale pauschal frei
Fahrtkostenzuschuss für Fahrten Wohnung - erste Tätigkeitsstätte mit anderen Verkehrsmitteln pflichtig pflichtig
Pauschalierung mit 15 % bei Fahrten Wohnung - erste Tätigkeitsstätte mit anderen Verkehrsmitteln pauschal frei
Fahrtkostenzuschuss bei beruflichen Auswärtstätigkeiten frei frei
Jobticket, zusätzlich zum Entgelt gewährt frei frei
Fahrtkostenzuschuss für Auszubildende zur Berufsschule frei frei
 

Lohnsteuer

1 Faktoren der steuerlichen Bewertung

Die steuerliche Bewertung eines Fahrtkostenzuschusses hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Barlohn oder Sachlohn,
  • öffentliche oder sonstige Verkehrsmittel,
  • Entgeltumwandlung oder zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachte Leistung.

Die folgende Übersicht zeigt die verschiedenen steuerlichen Optionen auf:

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2 Fahrtkostenzuschuss für öffentliche Verkehrsmittel

Arbeitgeberleistungen (Zuschüsse und Sachbezüge) an Arbeitnehmer, die für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte öffentliche Verkehrsmittel im genehmigten Linienverkehr (ohne Luftverkehr) nutzen, sind seit 1.1.2019 lohnsteuerfrei. Die frühere, bis 2003 geltende Steuerbefreiung für den öffentlichen Personenverkehr wird für Lohnzahlungszeiträume ab 2019 reaktiviert. Der Arbeitgeber kann die Aufwendungen des Arbeitnehmers für öffentliche Verkehrsmittel steuerfrei ersetzen. Begünstigt ist der Linienverkehr, sofern er nicht den Luftverkehr betrifft. Taxi...

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