Rz. 89
Die IT-Infrastruktur stellt eine wesentliche Voraussetzung für die effektive Risikodatenaggregation und Risikoberichterstattung dar. Aufgrund von historisch gewachsenen Systemlandschaften ist die IT-Infrastruktur in Banken sehr stark fragmentiert und stellt eine der größten Herausforderungen für die Umsetzung von BCBS 239 dar. Aus diesem Grund erfordern die Umsetzungsprojekte in der Regel sehr hohe Investitionen in die IT der Institute. Im Hinblick auf die Ausgestaltung der IT-Infrastruktur machen die Aufsichtsbehörden keine konkreten Vorgaben. Die IT-Infrastruktur muss in der Lage sein, die Risikodatenaggregation und die Risikoberichterstattung in normalen Zeiten und in Stressphasen zu unterstützen.
Rz. 90
Um dies zu erreichen, sollte die bestehende IT-Infrastruktur überprüft und möglichst homogen ausgestaltet werden. Institute verfügen in der Regel über viele verschiedene Datenquellen, wie z. B. Sicherheitensystem, Kernbanksystem etc. Die Daten sollten zumindest pro Risikoart für die weitere Verarbeitung und die Berichterstattung in einer maßgeblichen Quelle ("Single Source of Truth") gespeichert werden. Mehrere Quellen bei der Datenverarbeitung und Risikoberichterstattung führen zu Redundanzen und potenziellen Inkonsistenzen in den Informationen. Die Anforderung bedeutet allerdings nicht, dass man zwingend einen einheitlichen Datenhaushalt für die Risiko-, Finanz- und Meldewesendaten braucht.
Rz. 91
Der BCBS bewertet einen integrierten Datenhaushalt für das Risikocontrolling, das Rechnungswesen und das Meldewesen als internationale "Best Practice". Der "BCBS 239 Thematic Review" der EZB hat auch gezeigt, dass fortgeschrittene Banken auf integrierte Datenlösungen (ein einziges Organisationsdesign für die konzernweite Datenverwaltung, ein einziges Data...