Zusammenfassung
Das vorhergehende Kapitel 3 "Klimaneutrale Unternehmen sind wichtig und attraktiv, aber wo sind sie?" hat sich mit der Frage befasst, warum es noch keine wirklich klimaneutralen Unternehmen gibt. Es müssen also andere Strategien her, um klimaneutrale Unternehmen zu gestalten.
Entsprechend der wissenschaftlichen Erkenntnisse orientiert sich der Weg von Unternehmen hin zur Klimaneutralität am Konzept des globalen Restbudgets und in der Folge an den Leitgedanken einer NGO namens "Science-Based Targets initiative" (SBTi).
Beide Konzepte werden in diesem Kapitel erläutert.
Dieser Beitrag ist das (leicht editierte) 4. Kapitel "Wege zur Klimaneutralität für Unternehmen" des Buchs "Erfolgsfaktor Klimaneutralität im Unternehmen – Wie Sie jetzt die Zukunft gestalten und Wettbewerbsvorteile schaffen" von Dr. Ralf Utermöhlen.
Das Buch ist vollständig in Ihrem Haufe Sustainability Office enthalten.
1 Das Konzept des globalen Restbudgets an Treibhausgasen
Das Konzept des globalen Restbudgets an Treibhausgasen legt die Gesamtmenge an Treibhausgasemissionen zugrunde, welche die Weltgemeinschaft noch ausstoßen kann, ohne dass die globale Erwärmung ein bestimmtes Temperaturziel überschreitet. Das Restbudget an THG-Emissionen für die jeweilige Begrenzung der Temperaturerhöhung wird regelmäßig vom Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) in seinen Berichten publiziert und aktualisiert. Die genauen Zahlen können sich logischerweise im Laufe der Zeit ändern, da neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Daten verfügbar werden.
Im Zwischenbericht des IPCC, der 2023 veröffentlicht wurde, wurden folgende Werte angegeben:
„Für jede 1000 GtCO2, die durch menschliche Aktivitäten emittiert werden, steigt die globale Oberflächentemperatur um 0,45 °C (beste Schätzung, mit einem wahrscheinlichen Bereich von 0,27 °C bis 0,63 °C). Die besten Schätzungen für di...