

Quo vadis, HR?
Ohne HR läuft es nicht rund im Unternehmen — deshalb sitzt HR immer mit am Tisch. Selten wird jedoch darüber gesprochen, dass HR an diesem Tisch zwischen zwei Stühlen sitzt: Auf dem einen die Beschäftigten mit ihren unterschiedlichsten Bedürfnissen im Arbeitsalltag. Auf dem anderen die Führungskräfte, die mit diesen Menschen arbeiten und gemeinsam Unternehmensziele erreichen wollen.
Diese Position zwingt HR in einen oft unbequemen Spagat. Denn beim besten Willen zwei Zielgruppen mit unterschiedlichen Perspektiven gleichermaßen gerecht werden zu wollen, birgt ein Risiko: Die eine zu vernachlässigen — und damit womöglich nicht mehr an den gemeinsamen Tisch eingeladen zu werden.
- Wie zufrieden sind Beschäftigte und Führungskräfte mit den Services von HR?
- Wie sieht HR sich selbst — und wie sehen es die anderen?
- Wie gut ist HR bei Digitalisierung und KI aufgestellt?
Was sind die Kernaussagen der Studie?
Fünf Kapitel, drei Perspektiven, ein Vergleich über drei Erhebungen hinweg.

Studiendesign
Wir haben die beiden internen Zielgruppen von HR getrennt befragt: Beschäftigte und Führungskräfte, letztere aufgeteilt auf drei Hierarchieebenen. Ihre Einschätzungen vergleichen wir mit der Selbsteinschätzung der HR-Profis. So entstehen drei Perspektiven auf dieselbe Personalarbeit.
Insgesamt sind 1.914 Antworten in die Auswertung eingegangen: 744 Beschäftigte, 718 Führungskräfte und 452 HR-Profis aus Unternehmen von 50 bis über 10.000 Mitarbeitenden. Die wesentlichen Grundparameter sind seit 2021 unverändert — die zentralen Fragen lassen sich damit über drei Erhebungen hinweg vergleichen. Größte Neuerung 2026: Wir haben die Zahl der befragten Führungskräfte deutlich erhöht.

#1 Ausgangslage
- HR ist das „Hintergrundrauschen" des Unternehmens — der stille Akteur, der die Dinge am Laufen hält
- HR ist breit aufgestellt und bietet intern eine Vielzahl von Leistungen an
- Der Kontakt zu HR ist ungleich verteilt: 26 % der oberen Führungsebene sprechen täglich mit HR, bei den Beschäftigten sind es 3,5 % — 8,9 % hatten noch nie Kontakt
Frage: Wie oft haben Sie Kontakt mit Ihrer Personalabteilung bzw. der für Personalangelegenheiten zuständigen Abteilung?

#2 Zufriedenheit mit HR
- Die Zufriedenheit mit HR ist hoch — bei Führungskräften allerdings stärker ausgeprägt als bei Beschäftigten
- Auf einer Skala von 0 bis 100 vergeben Personalleitungen und CHROs 76,5 Punkte, Führungskräfte 72,0 und Beschäftigte 68,4
- HR wird vor allem für administrative Services geschätzt — würde gern aber auch transformativ wirken
Frage: Wie zufrieden sind Sie insgesamt mit dem Umgang mit Themen rund um Personal in Ihrem Unternehmen?

#3 Digitalisierung
- HR hat digital aufgeholt und liegt inzwischen fast auf Höhe des Gesamtunternehmens
- Beschäftigte und Führungskräfte sehen ihr Unternehmen dabei im Schnitt etwas digitaler als HR sich selbst
- Fast jede dritte Person aus HR (32,3 %) hält eine weitgehende Digitalisierung der HR-Prozesse für möglich — die Mehrheit bleibt vorsichtig
Frage: Wie hoch schätzen Sie den Grad der Digitalisierung in Ihrem Unternehmen und in HR ein? (0–100)

#4 KI und HR
- KI ist im Arbeitsalltag angekommen: 62,5 % aller Befragten nutzen sie wöchentlich oder häufiger
- HR liegt bei der Nutzung leicht vorn, Nichtnutzende sind bei HR und Führungskräften unter 5 % — Beschäftigte ohne Führungsfunktion hängen hinterher
- Die größten Hindernisse sind Compliance und Datenschutz (49,1 %), Rechtsunsicherheit (45,4 %) und fehlende Skills (45,1 %) — Vorbehalte in der Belegschaft werden dagegen vor allem vermutet
Frage: Wie häufig nutzen Sie Künstliche Intelligenz (KI) bei Ihrer Arbeit?

HR Service Experience Studie 2026
Drei Perspektiven auf dieselbe Personalarbeit — und Ihr Ausgangspunkt für die Diskussion, wo HR im eigenen Unternehmen wirklich steht.

