Ein Sustainability-Linked Loan, bisweilen auch als ESG-Linked Loan oder Positive Incentive Loan bezeichnet, ist ein Darlehenskonstrukt, das durch die Kopplung der Zinsmarge an Nachhaltigkeitskriterien finanzielle Anreize für nachhaltiges unternehmerisches Wirtschaften schafft. Dies ermöglicht es den Kreditgebern, die Nachhaltigkeitsperformance des Kreditnehmers zu incentivieren. Erreicht ein Unternehmen während der Kreditlaufzeit vereinbarte Nachhaltigkeitsziele, wirkt sich das zugunsten des Kreditnehmers positiv auf die Marge aus und vice versa. Grds. lassen sich in der Finanzierungspraxis bei der Strukturierung der Nachhaltigkeitskomponente 2 Konzepte unterscheiden: eine Kopplung der Marge an ein ESG-Rating oder an Nachhaltigkeitsindikatoren (Key Performance Indicators, KPIs).
Abb. 1: Zusammensetzung der Credit Margin bei Sustainability-Linked Loans
Für die Kreditdokumentation bedarf es zur Berücksichtigung der Nachhaltigkeitskomponente nur einer moderaten Anpassung. Regelmäßig handelt es sich v.a. um eine ergänzende Klausel zur Kalkulation der Kreditmarge und Bestimmungen zu Informationspflichten der ESG-Ratings bzw. der Nachhaltigkeitsindikatoren. Da die Finanzierung auf das Nachhaltigkeitsprofil des Unternehmens abstellt, können explizit verschiedene ESG-Dimensionen – ganz i. S. v. Sustainable Finance – adressiert werden. Die Sustainability-Linked Loan Principles (SLLPs) führen einige Kategorien von möglichen Nachhaltigkeitsindikatoren an, die aber ausdrücklich nur eine Auswahl darstellen. Folglich können weitere, letztlich auch unternehmensspezifischere Aspekte berücksichtigt werden.
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